Ein kühler Wind weht durch die Weinberge in Flörsheim-Wicker, das Rauschen von weiter unten vorbeifahrender Autos ist zu hören und Vögel zwitschern. Den schönen Blick auf Hochheim können die Schüler der Albert-Einstein-Schule jedoch nicht genießen. Denn sie müssen die Reben schneiden und binden. Bevor es aber los gehen kann erklärt Winzer Wilhelm Hück den jungen Leuten, dass jeder Rebstock nur 20 Knospen haben darf. Der Rest muss abgeschnitten werden, damit der Wein eine gute Qualität bekommt.
Schulleiterin Anke Horn unterstützt ebenfalls das Projekt: „Es ist einfach unglaublich toll und ein außergewöhnliches Erlebnis für unsere Schüler.“ Horn ist ebenfalls mit in den Weinbergen und hilft die zirka 120 Rebstöcke zu schneiden. Anschließend steht das Rebenbinden an: Die Ruten – die Äste der Reben – müssen behutsam gebogen werden, damit sie nicht abbrechen, und dann am Drahtrahmen befestigt werden. Olivia hat Bedenken, während es laut und heftig beim Biegen knackst: „Da war das Schneiden einfacher. Ich habe Angst, etwas kaputt zu machen.“
Am Ende des Schuljahres wird es eine Weinpräsentation des Rieslings 2011 „Alberts-Alte Reve“ geben. Die Flasche wird ein selbst gestalteten Etikett des Kunstkurses zieren. Und der Abijahrgang kann das erste Mal sein Abitur mit seinem eigenen Schulwein feiern. Unger weiß schon, wie sie das Projekt abschließen wird: „Ich werde mich zusammen mit meinen Schülern bei mir zu Hause treffen, und eine gemeinsame Weinprobe machen.“


© gotDie Schülerinnen Olivia Carrion (von links), Nina Schuster, Lisa Mahr und Marie Bode schneiden fleißig die Reben.















