„Für die Fachrichtung Islamwissenschaft haben sich vor zwei Jahren rund 50 Studenten interessiert, jetzt sind wir bei über 100“, sagt Julia Rahmann, wissenschaftliche Hilfsarbeiterin am Institut für Islamwissenschaften an der Frankfurter Goethe Uni. Auch bundesweit gibt es diesen Trend: Im Wintersemester 2010/11 schrieben sich laut Statistischem Bundesamt 390 Erstsemester für das Hauptfach Islamwissenschaften ein – vor zehn Jahren waren es gerade mal 180. Doch was macht das Fach so interessant? Junge Studenten der Islamwissenschaften in Frankfurt geben Antworten.
Mahada Bayah hat somalische Wurzeln und ist muslimisch aufgewachsen. „Ich hatte überlegt Politikwissenschaften zu studieren, aber dann habe ich mich bewusst für die Islamwissenschaften entschieden“, sagt die 21-Jährige. Denn sie möchte später den Islam unterrichten. „Mir ist dabei die wissenschaftlich-kritische Perspektive auf den Islam sehr wichtig“, betont Bayah. Die arabische Sprache ist für sie völlig neu.
Der 19-jährige Adem Hasanovic ist für sein Studium aus Bosnien gekommen: „Ich wollte Islamwissenschaften ganz bewusst in einem nicht-muslimisch-geprägten Land studieren.“ Mit seiner Entscheidung ist er zufrieden. Denn hier lernt er auch viel über andere Religionen. „Die Dozenten sind selbst Moslems und unterrichten auf hohem Niveau.“


© pöpMahdia Maleki
© pöpAdem Hasanovic
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