Islamwissenschaften liegen bei jungen Studenten in Frankfurt im Trend

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    • 14.04.12
    • RheinMain
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Darum studieren wir Allah

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Frankfurt – Der Islam wird zum Modefach für Studenten. Erst seit zwei Jahren gibt es die Fachrichtung Islamwissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt – nach einem Jahr hat sich die Studierendenzahl knapp verdoppelt. Von Angelika Pöppel

Zeynep Tezcan

© pöp

Zeynep Tezcan

„Für die Fachrichtung Islamwissenschaft haben sich vor zwei Jahren rund 50 Studenten interessiert, jetzt sind wir bei über 100“, sagt Julia Rahmann, wissenschaftliche Hilfsarbeiterin am Institut für Islamwissenschaften an der Frankfurter Goethe Uni. Auch bundesweit gibt es diesen Trend: Im Wintersemester 2010/11 schrieben sich laut Statistischem Bundesamt 390 Erstsemester für das Hauptfach Islamwissenschaften ein – vor zehn Jahren waren es gerade mal 180. Doch was macht das Fach so interessant? Junge Studenten der Islamwissenschaften in Frankfurt geben Antworten.

Mahada Bayah hat somalische Wurzeln und ist muslimisch aufgewachsen. „Ich hatte überlegt Politikwissenschaften zu studieren, aber dann habe ich mich bewusst für die Islamwissenschaften entschieden“, sagt die 21-Jährige. Denn sie möchte später den Islam unterrichten. „Mir ist dabei die wissenschaftlich-kritische Perspektive auf den Islam sehr wichtig“, betont Bayah. Die arabische Sprache ist für sie völlig neu.

Mahdia Maleki© pöpMahdia Maleki

Die gebürtige Afghanin Mahdia Maleki ist froh darüber, in Deutschland die Möglichkeit zu haben, den Islam zu studieren. „Ich möchte die Religion besser kennenlernen, auch damit ich sie richtig weitergeben kann“, sagt sie. Außerdem könne die Muslima den Islam so von anderen Perspektiven, also vom Blickwinkel anderer Religionen, betrachten. Den das Christentum, das Judentum und andere Religionen gehören zum Studium dazu. „Später möchte ich gerne in einer Gemeinde oder Organisation mit Kindern arbeiten.“

Der Deutsch-Türke Samuel Dogan will den Islam fachlich-korrekt erlernen, um ihn genauso weitergeben zu können. „Man kann nichts erklären, wenn man es nicht versteht“, sagt der 22-Jährige. Doch ihm gehe es nicht hauptsächlich um die Aufklärung, sondern um sein persönliches Interesse und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Islam.

Adem Hasanovic© pöpAdem Hasanovic

Der 19-jährige Adem Hasanovic ist für sein Studium aus Bosnien gekommen: „Ich wollte Islamwissenschaften ganz bewusst in einem nicht-muslimisch-geprägten Land studieren.“ Mit seiner Entscheidung ist er zufrieden. Denn hier lernt er auch viel über andere Religionen. „Die Dozenten sind selbst Moslems und unterrichten auf hohem Niveau.“

Zeynep Tezcan© pöpZeynep Tezcan

Zeynep Tezcan hat türkische Wurzeln und ist in Deutschland geboren. „Ich bin mehrsprachig aufgewachsen“, sagt sie. Und das möchte sie ausbauen. Denn zum Studium der Islamwissenschaften gehört auch das Lernen der arabischen Sprache. Aber auch die Religion interessiert die 20-Jährige: „Ich bin selbst Muslima und möchte meine Kenntnisse vertiefen.“

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