Tagelange Leichensuche ohne erkennbares Ergebnis: Mit Betonsägen und Asphaltfräsen hat die Polizei das ganze Pfingstwochenende in einer Lagerhalle der Hells Angels nahe Kiel nach einer einbetonierten Leiche gegraben - und wird wohl auch noch ein paar Tage weiter suchen. “Wie lange es noch dauert, wissen wir nicht“, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Es werde weiter mit schwerem Gerät im Fundament der Halle bei Altenholz nach Spuren gesucht.
Auslöser der Grabungen und intensiven Spurensuche ist eine Großrazzia der Polizei am vergangenen Donnerstag in Norddeutschland. Rund 1200 Polizisten hatten dabei Bordelle, Gaststätten und Wohnungen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen durchsucht. Fünf führende Mitglieder der verbotenen Kieler Hells Angels wurden verhaftet. Insgesamt führt die Staatsanwaltschaft im Kampf gegen Rockerkriminalität fast 200 Ermittlungsverfahren gegen 69 Beschuldigte.
Den Hells Angels werden Prostitution, Korruption, Körperverletzung und Waffenhandel - auch mit Rechtsradikalen - vorgeworfen. So wurde auch die Wohnung eines Kieler NPD-Ratsherrn durchsucht - wegen des Verdachts, der Mann könnte von den Hells Angels eine Waffe gekauft haben. Das gleiche Schicksal ereilte in Hannover den dortigen Hells Angels-Chef Frank Hanebuth. “Ich bin stinksauer! Habe mir nichts vorzuwerfen. Von einem Folterkeller in Kiel weiß ich nichts“, schimpfte Hanebuth in der Bild am Sonntag über die Razzia in seinem Haus.
dpa



















