Auch bei uns im Rhein-Main-Gebiet werden Polizisten immer schneller und brutaler angegriffen

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    • 12.05.12
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Im Strudel der Gewalt

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Region Rhein-Main – Ob bei Demonstrationen, Fußballspielen oder Fahrzeugkontrollen: Polizisten werden immer öfter und immer schneller Opfer von brutaler Gewalt. Auch bei uns im Rhein-Main-Gebiet. Von Dirk Beutel

© dapd

In die Ecke gedrängt? Auch bei uns im Rhein-Main-Gebiet werden Polizisten immer öfter Opfer von brutaler Gewalt.

Die Bilder sind noch nicht vergessen. Als mehrere hundert Demonstranten am 31. März durch die Frankfurter Innenstadt zogen, kommt es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die Polizei wird mit Pflastersteinen und Feuerwerkskörpern angegriffen – ein Beamter muss auf die Intensivstation. „Von mehreren Autonomen wurde er heimtückisch und brutal angegriffen. Noch am Boden liegend haben die Chaoten ihn zusammengetreten und mit einer Chemikalie ins Gesicht gesprüht“, heißt es in einer Mitteilung des Landesvorstands der Polizei-Gewerkschaft.

© nhHeini Schmitt

Doch Demonstrationen oder geschlossene Einsätze wie es im Fachjargon heißt, sind nur die Spitze des Eisbergs einer neuen Welle der Gewalt, mit der es Polizisten tagtäglich zu tun haben. In Nordrhein-Westfalen soll, laut Landeskriminalamt, sich die Zahl der im Dienst verletzten Polizisten innerhalb nur eines Jahres um zehn Prozent erhöht haben. Für Hessen gibt es solche Zahlen jedoch nicht. Ein Problem der statistischen Erhebung. Trotzdem zeichnet die Gewerkschaft der Polizei auch für das Rhein-Main-Gebiet eine düsteres Bild: „Wir stellen einen dramatischen Anstieg der Gewalt gegenüber Polizisten fest“, sagt Heini Schmitt, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft Hessen. Besonders besorgniserregend: Gerade während des Streifendienstes werden Polizisten immer schneller und immer brutaler angegriffen. Sie werden geschlagen, bespuckt, getreten. Ob bei einer Fahrzeugkontrolle oder beim Versuch einen Familienstreit zu lösen. Schmitt: „Den Kollegen auf der Straße schlägt der blinde Hass entgegen.“ Zudem hätten Polizistinnen verstärkt Probleme gegenüber Migranten, die deren Autorität nicht anerkannten.

Die Polizisten fühlen sich von der Justiz im Stich gelassen, fordern höhere Strafen. „Ein Verfahren kann aber erst eingeleitet werden, wenn ein angegriffener Kollege Anzeige erstattet“, sagt Schmitt. Doch das macht kaum jemand, weil die Täter meist mit erhobenem Haupt die Gerichtssäle verlassen. Die Strafen seien zu gering. Meist werde der Angriff von der Justiz gegen einen Polizisten sogar zur Lapalie heruntergeredet. Frust pur für unsere Schutzmänner.

Solche Szenen bekommen bei Demos nochmal einen anderen Geschmack. Im Schutz der Menge trauen sich die Täter noch mehr zu, wie Ende März in Frankfurt. Weil sich die Gewaltspirale gegenüber Polizisten schneller dreht, werden immer öfter Beamte traumatisiert. Die Folge: Gewaltszenen werden aufs Neue durchlebt. Polizisten neigen zu einem Vermeidungsverhalten, oder das Erregungsniveau steigert sich. Carsten Schenk vom Zentralen Polizeipsychologischen Dienst (ZPD) kennt die Symptome: „Deswegen ist ein Polizist nicht gleich traumatisiert. Das sind Belastungsreaktionen aufgrund eines kritischen Ereignisses.“ Um damit umgehen zu können setzt der ZPD auf Prävention vor Ort. Vor allem bei geschlossenen Einsätzen, die vorher bekannt sind, unterstützen die Psychologen ihre Kollegen. Etwa um Gruppierungen einschätzen zu können und friedliche Demonstranten von Chaoten zu trennen. So war es Ende März und so wird es vermutlich Mitte nächster Woche sein. Denn ob das Verbot der Blockupy-Proteste bestehen bleibt oder nicht – die Polizei wird sich wieder auf schwere Krawalle einstellen müssen.

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