Solange es geht schlucken sie ihren Schmerz runter und ertragen die Demütigung, die sie von einem einst geliebten Menschen spüren mussten: Opfer von häuslicher Gewalt. Wo man sonst Geborgenheit findet, herrscht Angst – und das in immer mehr Haushalten. Da macht auch der Main-Taunus Kreis keine Ausnahme: Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei 293 Fälle, das sind 78 mehr als im Vorjahr. Eine Steigerung um 36,3 Prozent. Auch unter Migranten. „Setzt man alle Zahlen ins Verhältnis, kommt häusliche Gewalt bei Migranten doppelt so häufig vor wie in deutschen Familien“, sagt Marion Friedrich-Metzler vom Büro für Familie, Frauen und Gleichberechtigung.
Kayas Konzept zielt deshalb zunächst auf Prävention. Ehrenamtlich will er in Moscheen, Kaffeehäusern, Geschäften, Dönerläden und Vereinen auf sich und die neue Beratungsmöglichkeit aufmerksam machen. Auch zu den Ausländerbeiräten will er Kontakt aufnehmen. Er weiß, dass sich so ein neues Angebot schnell herumsprechen wird. Wenn sich die Nachfrage tatsächlich im Laufe der Zeit steigern würde, sei es laut Ingrid Haase kein Problem, das Angebot zu erweitern.
Die erste Sprechstunde mit Haluk Kaya findet im Landratsamt am Donnerstag, 24. Mai, von 16 bis 18 Uhr statt. Hierfür ist eine Anmeldung unter Telefon (0172) 8273154 nötig.


© dbSozialarbeiter und Konfliktberater Haluk Kaya will sich künftig um gewalttätige Migranten kümmern.
















