Sie klauen Wasserleitungen aus leer stehenden Häusern, plündern Grabmäler auf Friedhöfen, demontieren Oberleitungen oder reißen sich gleich ganze Kabelrollen unter den Nagel: Metalldiebe überziehen mit ihren Raubzügen das Land, weil sie an das wertvolle Kupfer gelangen wollen. „Eine Tonne davon kostet etwa 8000 Dollar“, sagt Ralf Schmitz, Geschäftsführer im Verband Deutscher Metallhändler (VDM). Das Problem sei zwar nicht neu, allerdings habe sich die Zahl der Diebstähle in den vergangenen sechs Jahren extrem erhöht. Aber: Wo setzen die Diebe ihre Ware ab? „Das ist eine Frage der Menge. Bei ein paar Kilo Schrott fragt kein Händler um die Ecke nach, woher das stammt“, sagt Schmitz. Auch mehrere Tonnen Diebesgut können nur schwer in Deutschland zu Geld gemacht werden. Grund: Etwa 90 Prozent der deutschen „Nicht-Eisen-Metall-Unternehmen“ sind im VDM organisiert und damit an ein internes Warnsystem angeschlossen. Ein Rundschreibendienst warnt vor den Kabelklauern. Trotzdem sind auch im Rhein-Main-Gebiet vor allem Diebe aus Osteuropa tätig. „Wir verzeichnen zwar immer wieder solche Straftaten. Sie sind aber recht selten“, sagt Henry Faltin, Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen. Weil die Metalldiebe ohne ein erkennbares Muster zuschlagen, fehlt der Polizei oftmals ein Fahndungsansatz.
Besonders dreist waren Metalldiebe Ende Februar in Offenbach: Auf einem städtischen Areal in der Nähe des Kaiserleis entleerten die Täter etwa 30 Feuerlöscher, um an die Steigrohre zu gelangen. Diese bestehen zum Teil aus Kupfer. Auch die Verschlüsse, große Messingmuttern, dürften von Interesse gewesen sein. Weil es sich nicht gerade um leichte Beute handelt, brauchen die Täter zum Abtransport einen Lkw oder zumindest einen Kleintransporter. „Wer also nachts Unbekannte auf einer Baustelle, in einem leeren Haus oder auf Bahngleisen antrifft, sollte etwas genauer hinschauen oder gleich die Polizei rufen“, sagt Manfred Füllhardt, Sprecher der Polizei Frankfurt. Vor allem, wenn in der Nähe ein Fahrzeug mit Ausfuhr- oder Kurzzeitkennzeichen steht.



















