„Ich hatte Todesangst!“ Auf Nurten Demirköprüs Stirn bilden sich glitzernde Schweißperlen. Sie beginnt am ganzen Körper zu zittern, als sie über das spricht, was am Donnerstag vor einer Woche in der Wohnanlage der Nassauischen Heimstätte an der Brüder-Grimm-Straße in Frankfurt passiert ist. Es ist schon dunkel als die Rentnerin Hund Massin ausführt. „Plötzlich habe ich die Zwei hundert Meter entfernt gesehen“, sagt Demirköprü. Der Mann habe sich einen Stock geschnappt und sei auf sie zugelaufen. „Ich habe sofort gemerkt, dass die es auf mich abgesehen haben“, sagt Demirköprü aufgeregt.
Obwohl die Rentnerin zwei künstliche Hüftgelenke hat, flüchtet sie halb rennend mit Massin über die Wiese der Wohnanlage. Doch die Frau versucht ihr den Weg abzuschneiden, so Demirköprü. „Die hatte auch einen langen Ast in der Hand.“ Dann verschwimmt die Erinnerung. „Ich weiß noch, dass ich von hinten niedergeschlagen wurde“, sagt sie: „Dann bin ich gestürzt.“ Das Pärchen sei daraufhin geflüchtet.
Offenbar nicht der erste Übergriff in der Wohnanlage
Sind sie Täter überführt, drohen ihnen laut Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren, weil die Tat gemeinschaftlich und mit einem Gegenstand als Tatwaffe begangen worden ist.
Dazu kommt: Der Übergriff ist offenbar nicht der erste in der Wohnanlage. „Die beiden terrorisieren hier die ganze Nachbarschaft seit Jahren“, sagt eine ältere Bewohnerin aufgebracht: „Mich beleidigen sie immer und schreien mich von ihrem Balkon aus an.“ Eine andere Nachbarin ist auch schon angegangen worden: „Wir leben hier alle in Angst vor diesem Pärchen.“
Die Nassauische Heimstätte sieht sich unterdessen machtlos: „Uns sind die Hände gebunden. Wir haben wenig Möglichkeiten“, sagt Sprecher Jens Duffner. Er rät den Betroffenen, Protokolle mit Uhrzeit und Datum der Vorfälle anzufertigen. „Erst auf dieser Grundlage könnten wir tätig werden.“ Genau das wollen die Mieter der Wohnanlage jetzt tun. Sie alle verbindet eine Hoffnung: „Vielleicht hören die dann endlich auf, uns zu terrorisieren.“




















