Es ist wie mit den Raubkopien. Jeder weiß, dass es illegal ist, dennoch empfinden viele junge Frankfurt wenig Reue, wenn sie in ihren Wohnungen oder Jugendzimmern Hanf züchten. Fast keine Woche vergeht, ohne dass irgendwo in der Region eine Heimplantage ausgehoben wird. Erst am vergangenen Montag hat die Polizei in der Steuernagelstraße sowie in der Grethenstraße zwei Züchter hochgenommen.
Wie verbreitet diese Praxis ist, zeigt sich, wenn man auf den einschlägigen Seiten im Internet nachliest. Dort tauscht sich eine stetig wachsende Haschgemeinde über Blütenstände, Bewässerung und Trocknung ihrer Hanfpflanzen aus.
Den Drogenspezialisten der Polizei bereitet die Entwicklung Sorge. „Früher brauchte man echtes Fachwissen als Gärtner“, sagt Polizeisprecher und Drogenexperte Ingbert Zacharias: „In Zeiten des Internets, kann sich das jeder ohne Probleme aneignen.“ Das klassische Haschisch, das gepresste Harz der Hanfpflanze, komme zwar immer noch aus Ländern wie Marokko. „Aber das Cannabis wird immer mehr vor Ort von Privatleuten angebaut“, sagt Zacharias. Eine Studie des Internationalen Suchtstoffkontrollrats bestätigt, dass immer häufiger das Marihuana in Deutschland angebaut wird, während der Drogenschmuggel aus dem Ausland sinkt.
Hans Böhl, stellvertretender Geschäftsführer des Frankfurter Vereins Jugendberatung und Jugendhilfe erklärt: „Im Privaten gibt es da wenig Schuldbewusstein.“ Erst mit der Menge der angebauten Cannabis-Pflanzen vollziehe sich ein Wandel. „Wer soviel Pflanzen im Keller anbaut, dass er den Ertrag verkaufen kann, ist sich mit Sicherheit auch darüber bewusst, dass er eine Straftat begeht.“




















