Washington - Was wir bisher nur aus Fantasyfilmen kannten, könnte demnächst Realität werden. US-Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben eine Tarnkappe entwickelt, mit der Ereignisse unsichtbar werden können.

© AP Photo/Heather Deal, Cornell University
Die Illustration der Cornell Universität soll demonstrieren, wie durch die Veränderung zweier Lichtstränge ein Ereignis unsichtbar gemacht werden kann.
Ein Ereignis einfach unsichtbar machen - das ging bisher nur in Filmen oder Büchern, nicht aber in der Realität. US-Forscher haben allerdings genau das nun erstmals geschafft. Sie entwickelten eine Art zeitliche “Tarnkappe“, wie es in einer am Donnerstag im Fachmagazin “Nature“ veröffentlichten Studie hieß.
Den Forschern von der Cornell University im Staat New York ist es demnach gelungen, die Geschwindigkeit von Licht zu verändern. In ihrem Experiment hätten sie das Licht in einem Glasfaserkabel in zwei Stränge geteilt. Der eine sei beschleunigt, der andere verlangsamt worden. Ein Ereignis in der dadurch entstandenen Lücke könne auf diese Weise nicht mehr gesehen werden, hieß es.
Von anderen Wissenschaftlern bisher entwickelte Tarnkappen können Objekte unsichtbar machen, indem sie Lichtstrahlen in den Raum lenken. Die Forscher der Cornell University verändern dagegen nicht, wohin das Licht fließt, sondern nur, wie schnell es sich bewegt.
Allerdings schafften sie es bisher nur, ein Ereignis mit einer Länge von 40 Billionstel einer Sekunde unsichtbar zu machen. Gaeta sagte, die Lücke könne höchstens auf ein Millionstel einer Sekunde oder ein Tausendstel einer Sekunde ausgedehnt werden. Es gebe auch praktische Anwendungen. So ist es nach Angaben des Forschers möglich, Informationen unbemerkt in Hochgeschwindigkeits-Datenübertragungen einfließen zu lassen, ohne den Fluss zu unterbrechen. Dies könne jedoch auch missbraucht werden, um etwa einen Rechner mit Computerviren zu infizieren.
dapd



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