Neu Delhi - Im indischen Hochgebirge überraschen die tödlichen Wassermassen die Menschen im Schlaf, in Pakistan fliehen Hunderttausende vor den Fluten. Der Monsun sorgt in den beiden Nachbarländern für Chaos.

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Tausende Menschen in Pakistan fliehen vor den katastrophalen Fluten.
Mehr als 100 Tote in einer Nacht: Während die Menschen in Pakistan vor der Jahrhundertflut fliehen, haben nächtliche Wolkenbrüche im benachbarten Indien die nördliche Himalaya-Stadt Leh ins Chaos gestürzt. Nach Angaben der Behörden kosteten ungewöhnlich heftige Überflutungen und Erdrutsche in der bergigen Wüstenregion in der Nacht zu Freitag mindestens 110 Menschen das Leben. Die Flutkatastrophe in Pakistan wurde unterdessen immer schlimmer. Nach den Wolkenbrüchen in der Touristenstadt Leh wurden Dutzende Menschen vermisst, sagte der Polizeichef des Bundesstaats Jammu und Kaschmir, Kuldeep Khoda. 375 Menschen wurden verletzt. Leh liegt auf 3500 Metern Höhe und ist die Hauptstadt der Region Ladakh, die auch bei ausländischen Urlaubern beliebt ist. Nach Angaben der Behörden sind keine Touristen unter den Opfern. Die Nachrichtenagentur IANS meldete, ausländische Urlauber säßen in Leh fest.
Da die Plätze in den Auffanglagern nicht ausreichten, harrten Zehntausende Menschen entlang der Straßen oder auf Feldern unter freiem Himmel aus. Der Fernsehsender Duniya TV berichtete, am Indus- Ufer nahe der Stadt Ghotki versammelten sich Menschen zu gemeinsamen Gebeten. In der am schwersten betroffenen nordwestlichen Provinz Khyber- Pakhtunkhwa und in der zentralpakistanischen Provinz Punjab schnitten die Wassermassen am Freitag weiterhin Hunderttausende Menschen von der Außenwelt ab. Im Süden Punjabs wurde die Stadt Jampur mit 200 000 Einwohnern überflutet. Viele Menschen flohen. Unterdessen wächst die Kritik an der Regierung. Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari hält sich derzeit in Europa auf. Ein Flutopfer aus Jampur namens Allah Bux sagte: “Es gibt keine Beamten, keine Regierung, die zu unserer Rettung kommt. Unsere Häuser, unser Besitz, unsere Kinder sind in der Flut untergegangen, und unser Präsident sorgt sich nicht um uns. Wir können ihn nur verfluchen, und wir verfluchen ihn.“ Hilfsorganisationen warnten erneut vor drohenden Seuchen im Katastrophengebiet.
dpa
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