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Der will doch nur spielen Ein Offenbacher kämpft gegen ihr Menschenfresser-Image an

Haie in Gefahr: Ein Offenbacher kämpft gegen ihr Menschenfresser-Image an

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Artikel: Haie in Gefahr: Ein Offenbacher kämpft gegen ihr Menschenfresser-Image an

Offenbach – Hätten Haie ein so freundliches Gesicht wie Delfine, hätte Gerhard Wegner vor acht Jahren ein anderes Projekt gründen müssen. Aber Haie haben große Zähne und das Image eines Menschenfressers. Viele der über 500 Hai-Arten sind vom Aussterben bedroht, haben aber keine Lobby. Das will der Offenbacher Werbefachmann ändern. Von Norman Körtge

Gerhard Wegner hält Haifischflossen in der Hand. Sie gelten vor allem im asiatischen Raum als Delikatessen.

© nh

Gerhard Wegner hält Haifischflossen in der Hand. Sie gelten vor allem im asiatischen Raum als Delikatessen.

Unterschriften sammeln alleine bringt nicht viel. Es muss eine Werbeagentur für Haifische her. Das nahm sich der Offenbacher Gerhard Wegner vor acht Jahren an seinem 50. Geburtstag vor. Er gründete mit anderen Shark-Project. Mittlerweile ist es eine der größten Haischutz-Organisationen weltweit. Ihr Hauptziel: Aufklären durch Informationskampagnen. Dass heißt, die Menschen erst einmal darauf aufmerksam zu machen, was alles Hai-Produkte sind. „Vielen ist gar nicht bewusst, dass Schillerlocke vom Hai ist“, nennt Wegner ein Beispiel. Und zwar vom Dornhai, der in seiner Existenz bedroht ist.

Da die Haie am Ende der Nahrungskette stehen, nehmen sie auch all die Giftstoffe der gefressenen Meerestiere auf. Gerade bei Schillerlocke werden hohe Konzentrationen des giftigen Methylquecksilber gemessen. „Schillerlocke gleich Killerlocke“ war deshalb die Kampagne betitelt. Einige Supermarktketten nahmen daraufhin Schillerlocken aus dem Angebot. Aber immer noch entdeckt Wegner auf den Wochenmärkten der Region Schillerlocken.

Wegner will Hai-Image aufbessern

Haie beobachten ist nicht ungefährlich.© nhHaie beobachten ist nicht ungefährlich.

Neben diesen Warnungen geht es Wegner und seinen 200 ehrenamtlichen Mitarbeitern weltweit aber darum, dem Hai das Image des Menschenfressers zu nehmen. „Wenn wir zum Beute-Schema des Hais gehören würden, dann gäbe es täglich viele Tote“, berichtet der Offenbacher, der seit mehr als 35 Jahren taucht. Jedes Jahr würden aber nur etwa fünf Todesfälle durch Haibisse registriert. Dennoch lösen Haie, auch durch Steven Spielbergs Spielfilm „Der weiße Hai“, bei Menschen Urängste aus. Selbst bei Wegner stand am Anfang die Faszination an der Bestie im Vordergrund. „Ich wollte Haie filmen und fotografieren, um vor Freunden als Held dazustehen“, erinnert er sich. Doch je mehr er die majestätischen und eleganten Tiere beobachtete, wurde ihm die Schutzbedürftigkeit bewusst.

Die Meere  sind der größte Sauerstoffproduzent

„Haischutz ist Meeresschutz“, fasst der Offenbacher sein übergeordnetes Anliegen zusammen. Denn sollten die Raubfische ausgerottet werden, breche die Nahrungspyramide zusammen, die Meere kippen um. Da die Meere der größte Sauerstoffproduzent sind, hätte das fatale Folgen.

Deshalb gilt es Verbraucher und den Handel aufzuklären. Hai-Produkte sollten boykottiert werden. Neben den Informationskampagnen beinhaltet die Hai-Lobbyarbeit Vortragsreihen und Ausstellungen. Mit Spendengeldern wird etwa in Costa Rica Aufklärungsmaterial für Schulkinder finanziert. Auch werden Wissenschaftsprojekte durch Spenden unterstützt.

Vor drei Jahren hat Wegner im Kosmos-Verlag ein Buch veröffentlicht. Es heißt: „Räuber, Monster, Menschenfresser – 99 Unwahrheiten über Haie“. Auf dem Titel ist ein Hai zu sehen: Er lächelt. Wie ein Delfin.

Infos: www.sharkproject.org.

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