Frankfurt – Es sind die Schreie seiner Hündin Aki, die Wilfried Schuchardt nicht vergessen wird. Wenn er davon erzählt, steigen ihm Tränen in die Augen. Dann streichelt er über Akis Köpfchen. Wie um sich zu vergewissern, dass die Hündin nicht in der Nidda untergegangen ist. Von Christian Reinartz

© rz
Herrchen Wilfried Schuchardt ist überglücklich, dass seine Aki überlebt hat. Er selbst hatte versucht, seine Hündin mit einem Boot zu retten, war aber am Eis gescheitert.
Als Rentner Wilfried Schuchardt kurz auf Toilette beim Anglerheim an der Nidda geht, passiert es. Seine sonst so gehorsame Fox-Terrier-Hündin Aki sieht eine Biberratte auf der dünnen Eisfläche der Nidda. Wie eine Rakete schießt die Hündin auf die dünne Eisfläche des Nidda-Seitenarms. Zehn Meter, zwanzig Meter, dreißig Meter geht alles gut. Dann kracht die Eisplatte auseinander. Der kleine Hundekörper versinkt im Eiswasser, beginnt panisch zu paddeln, zu bellen, zu kreischen. „Das waren furchtbare Schreie“, erinnert sich Schuchardt. Er und sein Kumpel, der Wirt des Anglerheims, fackeln nicht lange. Sie schnappen sich ein Ruderboot und versuchen Aki zu erreichen. „Die ersten Meter gingen“, sagt Schuchardt: „Doch dann wurde das Eis immer dicker und wir sind nicht weiter gekommen.“ Schuchardt liegt mittlerweile selbst zur Hälfte im Eiswasser, das den Boden des Bootes bedeckt. Doch das wird er erst später merken. Irgendwann schlägt er mit den Rudern verzweifelt auf das Eis ein. Bis zur völligen Entkräftung. Immer seine schreiende Hündin vor Augen. Nur wenige Meter entfernt. Und doch unerreichbar.
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