Region Rhein-Main – Krabbel-Alarm! Zu Klumpen zusammengeballt wuseln zur Zeit abertausende Marienkäfer an unseren Hauswänden. Finden sie eine Ritze oder ein gekipptes Fenster, gelangen die Käfer-Horden sogar in unsere Wohnungen. Von Christian Reinartz

© Wikipedia, spica/pixelio.de
Die asiatischen Marienkäfer landen gerne auf hohen Hauswänden, weil sie diese mit Felsen verwechseln.
Schuld an der Plage soll ein Betrieb aus der Region sein. Bei den roten Krabblern mit den schwarzen Punkten handelt es sich nämlich gar nicht um den klassischen Deutschen Siebenpunkt-Marienkäfer, sondern um eine asiatische Käferart, die importiert wurde. Sie weist oft mehr Punkte auf, ist aggressiver und vermehrt sich rascher als die heimischen Artgenossen. Zudem frisst sie neben Blattläusen auch Obst und andere Insekten, wie den Deutschen Marienkäfer. Natürliche Feinde hat das asiatische Insekt hier nicht. Die Folge: Die Population wird immer größer.
Schuld an der unkontrollierbaren Verbreitung sind offenbar Gemüse- oder Gartenbauern in Frankfurt oder der nahen Umgebung, so Berthold Langenhorst, Sprecher des Hessischen Naturschutzbundes. „Die haben die aggressiven Käfer in ihren Gewächshäusern ausgesetzt, um Blattläuse zu bekämpfen“, erklärt er: „Natürlich sind ein paar Tiere ausgebüchst und vermehren sich seitdem.“ Auch in Berlin seien Käfer entkommen. Dort liege der zweite bekannte Herd in Deutschland.
Beim Frankfurter Veterinäramt sieht man die Marienkäfer-Plage gelassen. Beschwerden gebe es bisher keine. Sprecher Ralph Rohr: „Diese Tiere sind keine Schädlinge, sondern Nützlinge, die dem Artenschutz unterliegen.“ Er rät, die Tiere einfach nach draußen zu setzen, wenn sie stören. Das empfiehlt auch Berthold Langenhorst. Er gibt aber zu bedenken: „Einige Menschen könnten bei Kontakt allergisch reagieren.“ Das Einsammeln solle zudem im eigenen Interesse vorsichtig geschehen. „Die Käfer sondern bei Gefahr ein Sekret ab, das ziemlich übel stinkt.“



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