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1030 tote Kaninchen in Frankfurt: Warum die Stadt auf mehr hofft

1030 tote Kaninchen in Frankfurt: Warum die Stadt auf mehr hofft

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Artikel: 1030 tote Kaninchen in Frankfurt: Warum die Stadt auf mehr hofft

Frankfurt – Große runde Kulleraugen, weiches Fell, zwei lange Ohren: Was niedlich aussieht, ist für die Stadt zur Plage geworden. Durch die milden Winter in der Vergangenheit gibt es derzeit mehr als hunderttausend Kaninchen in Frankfurt. Und es werden immer mehr. Der Kampf ums Futter ist zum Kampf ums Überleben geworden. Dabei richten die Nager erhebliche Schäden an den Bäumen der Stadt an. Die lässt sie nun erneut jagen. Von Jennifer Dreher

1030 tote Kaninchen in Frankfurt: Warum die Stadt auf mehr hofft

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1030 tote Kaninchen in Frankfurt: Warum die Stadt auf mehr hofft

Axel Seidemann und seine Frettchen.© dreAxel Seidemann und seine Frettchen.

„Teilweise sind die Rinden von den Kaninchen so weit abgenagt, dass die Bäume sterben“, berichtet Bernd Roser, Leiter der Grünflächenunterhaltung in Frankfurt. Die dicke Schneedecke im Januar und Februar raubte den Kaninchen den Zugang zur Nahrung. „Da erscheinen die Baumrinden als wahre Leckerbissen“, sagt Roser.Ein Kaninchenpaar zeugt in einem Jahr 30 bis 60 Nachkommen. Auf natürliche Weise wurde die Population nicht eingedämmt. Daher herrscht seit dem Winter 2007/2008 Jagdsaison. Mit Hilfe von abgerichteten Frettchen treiben Ehrenamtliche die Nager in Fangvorrichtungen, sogenannte Reusen. 2008/ 2009 wurden so 430 Kaninchen gefangen, im Jahr darauf waren es schon 1030.
Die Anzahl ist nicht begrenzt. Wie viele Kaninchen gefangen werden, hängt vom Ehrgeiz der Jäger ab. Am Ende landen aber alle Tiere auf dem Teller.

Jedes tote Kaninchen zählt

Manche Bäume haben kaum noch Halt.© nhManche Bäume haben kaum noch Halt.

„Die Stadt ist froh um jedes Kaninchen, das gefangen wird“, sagt Axel Seidemann, einer der ehrenamtlichen Jäger. Mit seinen drei Frettchen, die er alle Hanni und Nanni nennt, macht er pro Saison drei- bis viermal Jagd auf die Stadtkaninchen. Oft habe er davon gehört, dass auch Hunde die Kaninchen zur Strecke bringen. „Dafür habe ich kein Verständnis“, sagt Seidemann: „Ich würde ungern von einem Hund gejagt werden“, fügt er hinzu. Seine Jagdmethode sei da tierfreundlicher.„Die Kaninchen sind viel schneller als die Frettchen. Der Fangvorgang läuft schnell und ruhig ab. Sobald die Kaninchen in den Reusen sind, kommen sie in eine abgedunkelte Transportbox“, berichtet der Jäger. Mit einem gezielten Schuss erfolgt später ein schneller Tod.

Manche enden als Frettchen-Futter

Manche Tiere seien schon so abgemagert, dass sie für den Kochtopf nicht mehr genügend Fleisch bieten. Die dienen nur noch als Frettchen-Futter. Für seine Lieblinge ist die Jagd teilweise sehr gefährlich. „Die Kaninchen sind schlauer als man denkt. Sie haben sich an die Stadt mit all ihren Tücken wie Baustellen und Leitungen gewöhnt. Für die Frettchen kann das zur Gefahr werden. Manche kommen nie zurück“, berichtet der Frankfurter. Ihm sei das noch nicht passiert.

Seine drei Frettchen dürfen noch bis Ende März durch die unterirdischen Bauten jagen. Die Stadt wird sich über jedes bis dahin erlegte Kaninchen freuen.

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