908.08.10|Sport|Sport|
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Frankfurt – Seiltanzen gehört in den Zirkus! Weit gefehlt. Die akrobatische Tätigkeit ist in den vergangenen Jahren einer drastischen Verjüngungskur unterzogen worden und hat eine stetig wachsende Fangemeinde versammelt. Slacklining ist die moderne Version des Seiltanzes und avanciert zum Sommersport des Jahres. Von Verena Bongartz

© Bongartz
Marius Worchel balanciert zwischen zwei Bäumen.
Hier nun fünf gute Gründe, warum die Frankfurter zu Freizeitakrobaten werden sollten:
Grund 1: Slacklining macht einen Knackpo. Es ist ein tolles Training für Muskulatur und Balance. Der größte Unterschied zum klassischen Seiltanzen besteht darin, dass die Schnur nicht stramm gespannt wird, sondern schlaff (englisch: slack) durchhängt. Kommt man einmal ins Wanken, so schwingt die Leine kräftig mit. Das Gleichgewicht zu halten, ist also gar nicht so einfach.
Das hat auch Marius Worchel bereits festgestellt. Der 28-Jährige probierte Slacklining 2008 zum ersten Mal und brauchte mehrere Stunden, bis er ans andere Ende des Schlackerseils lief. „Wenn man es einmal geschafft hat, wird es weniger anstrengend“, kann er Anfänger aber beruhigen.
Grund 2: Slacklining ist eine unkomplizierte Outdoorsportart. Das Seil wird zwischen zwei Bäumen im Garten oder Park aufgespannt. Zu einem beliebten Treffpunkt der Slackliner hat sich der Frankfurter Günthersburgpark entwickelt, in dem immer irgendwo ein Seil hängt. Die Idee zum Tanz auf dem Band hatten einige Kletterer, die aus Langeweile ihre Ausrüstung zum Balancieren zweckentfremdeten.
Grund 3: Fürs Slacklining ist nicht viel nötig: Ein stabiles Gurtband, eine Ratsche zum Spannen des Seils und zwei Baumschoner. Das Equipment gibt es in vielen Sport- und Outdoorläden zu kaufen. Als Anfänger sollte man lieber zur breiteren Line greifen. Fünf Zentimeter Breite sind für Einsteiger ideal.
Grund 4: Slacken ist ideal, um neue Leute kennen zu lernen. Cavidan Mutlu und ihr Freund Dennis Piechota sind seit kurzem stolze Besitzer einer eigenen Slackline. Damit bleiben neue Kontakte nicht aus: „Wir haben letztes Jahr hier im Park Slackliner gesehen. Die haben wir direkt gefragt, was sie da machen“, erzählt die 30-jährige Cavidan. „Gerade probieren wir unsere neue Line aus und merken schon, dass viele Menschen neugierig werden und uns ansprechen“.
Grund 5: Der Freizeitspaß wird nie langweilig und wird von anderen Trendsportarten kopiert. Mit einer einfachen Überquerung der Strecke auf dem Band ist das Ziel noch nicht erreicht, es gibt eine unendliche Vielzahl an Übungen und Bewegungen, die auf der Line vollbracht werden können. Rückwärts laufen, springen, selbst Saltos und Spagat sind auf dem Zitterseil möglich.
Auch die Fitnesswelle bedient sich des Phänomens mit Slackline-Yoga. Aber Vorsicht: Bei manchen enden die Übungen in Slackline-Sucht. Alex Unger ist seit kurzem großer Slackline-Fan. Er schwärmt: „Wenn man einmal auf der Line stand, will man immer weiter machen.“

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