Schnelles Geklacker auf glattem Eis
921.02.10|SportFacebook
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Region Rhein-Main – Es ist kalt, der Untergrund ist glatt, und die Strecke hat zwei Kurven. Eisschnelllauf verlangt neben Kraft und Schnelligkeit schon etwas Mut. Für Dietmar Fehrman und und Gerd Dzony ist das kein Grund, den schnellen Sport beim OEC Frankfurt zu betreiben. Von Andreas Einbock

© ane
Leidenschaft die verbindet: Gerd Dzony und Dietmar Fehrman.
„Klick, klack, klick, klack“, erklingt es wie von zwei gewetzten Messern immer lauter. In kürzer werdenden Abständen setzt ein „schwarzer Blitz“ seine nur etwa einen Millimeter breite Kufen über Kreuz aufs Eis und nähert sich der Kurve auf der 400 Meter langen Außenbahn neben der Frankfurter Eissporthalle.
Dietmar Fehrmann ist mit seiner schwarzen Kleidung und dunklen Schlittschuhen kaum zu erkennen. In Windeseile fährt er aus der Kurve und nimmt abwechselnd durch kräftiges Abstoßen noch schnellere Fahrt auf. „Ich habe unglaublichen Spaß an diesen harmonischen Bewegungsablauf“, sagt der 42-jährige Offenbacher. Zum Eisschnelllauf ist der Elektrotechniker der Deutschen Bahn erst vor sechs Jahren durch seinen Sohn gekommen. Seine Erfahrungen beim Inline- und Speedskating sowie seine Grundlagenausdauer durchs Rennradfahren im Sommer haben ihn den Einstieg erleichtert und schnelle Fortschritte gebracht. „Meine Lieblingsstrecken sind komischerweise die 1000 und 1500 Meter. Viele mögen die nicht, weil die genau zwischen Sprint und Ausdauer liegen.“ Seine Bestzeiten auf diesen Streckenliegen bei 1:30,57 und bei 2:19,71. Schön sei für ihn, dass die Szene klein und bei den Internationalen Wettkämpfen die Profis nicht abgeschottet von den Hobbyläufern seien. „Mit Claudia Pechstein habe ich letztes Jahr in Hamar über die Fehlstartproblematik diskutiert und später ein Foto mit Anni Friesinger bekommen.“
Auch mit 72 Jahren noch aktiv
© aneDietmar Fehrman konzentriert sich auf so genannten Übersetzen der Beine in der Kurve.Die Kälte sei mit der richtigen Ausrüstung kein Problem: Thermo-Unterhose, Anzughose mit Trägern, Funktionsshirt, Überhemd, Radlerhemd und Thermojacke sind neben dem Klappschuh, der nur im Zehenbereich fest mit der Kufe verbunden ist, die Grundausstattung fürs Training, im Wettkampf natürlich der hautenge Anzug.
Den trägt auch noch Gerd Dzony bei Turnieren unter anderem in Finnland und Norwegen. Der Mühlheimer ist mit 72 Jahren der älteste Läufer im Verein und in den 1990ern der erste Senioren-Weltmeister gewesen. „Es ist ein unheimlich ästhetischer Sport. Dieses Gleiten gibt mir ein gutes und entspanntes Gefühl“, beschreibt Dzony, der mit der Vereinsgründung 1981 vom Radsportbahn aufs Eis gewechselt ist. „Ich lasse kaum ein Training aus. Im Sommer lege ich die Grundlagen mit 3500 Kilometern Radfahren und 200 Kilometern Joggen.“ Ein bessere Basis hätte der engagierte Rentner gern für seinen Verein. „Der Eishockeysport hat in Frankfurt leider die einzige Priorität. Da bleiben keine Sponsoren und von der Stadt gibt‘s auch keine Unterstützung“, sagt Dzony frustriert. Dabei hätten sie gutes Potenzial: „Zu uns sind fünf Jugendliche vom Speedskating gekommen. Sogar der WM-Dritte im Inline-Marathon trainiert hier und ist auf Anhieb zweimal DM-Dritter geworden. So was haben nicht mal die großen Stützpunkte zu bieten“, erhofft sich Dzony einen Aufschwung für den Verein und seine 140 Mitglieder.
Weitere Infos unter
www.oec-frankfurt.de.
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