2107.03.10|Sport|Sport|
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Dietzenbach – Er wird gedroschen, gequetscht und so lange an die Wand geschlagen bis er heiß ist. Der Spielball muss beim Squash einiges ertragen. Neben den harten Schlägen beherrschen die Court Runners aus Dietzenbach auch den gefühlvollen Umgang mit dem Gummibällchen. Von Andreas Einbock

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Suash-Duell zwischen Jung und Alt: Thomas Eilenberger (vorn) versucht mit seiner Rückhand Stefan Blaikner auszuspielen.
Wohlfühl-Atmosphäre und lockere Gespräche bestimmen das Bild im Eingangsbereich und an der Theke im Sportcenter Squash Inn. Die Wellness-Stimmung wird nur von der Hektik hinter zwei Glaswänden gestört. Zu den Schlaggeräuschen kommen gelegentlich Quietschtöne von den Schuhen der jeweils zwei Spieler, die mit Schlägern abwechselnd einen kleinen schwarzen Ball gegen die Wände hämmern.
„Na endlich, den Ball hast du jetzt aber nicht mehr schlagen können“, sagt Thomas Eilenberger mit erschöpfter Stimme. Schweißgebadet klatscht der 60-jährige Dietzenbacher nach dem Trainingsspiel mit der Hand bei seinem Teamkollegen ab. „Ich bin erst mit 40 Jahren durch einen Nachbarn zum Squash gekommen. Meine ersten Stunden auf demPlatz waren fürchterlich“, erinnert sich Eilenberger und ergänzt: „Überall habe ich gezittert, dann war ich völlig platt.“ Nach zehn Stunden mit einem Trainer ging‘s besser. „Dann habe ich gespürt, wie gut mir diese Mischung aus Geschwindigkeit und Reaktionsvermögen bekommt“, sagt der Oldie im Team, der von seinem jungen Mitspieler Stefan Blaikner bestätigt wird. „Das geile am Squash ist, dass du dich voll auspowern und Vollgas geben kannst. Nach einem stressigen Tag ist das ideal“, sagt der 41-jährige Egelsbacher, der einen weiteren Vorteil besonders schätzt: „Bei welcher Sportart kannst du allein auf den Platz gehen und eine Stunde mit dir selbst spielen?“
Im Wettkampfspiel bestimmt dann der Gegner das Tempo des im Durchmesser bis 40,5 Millimeter großen und bis 24,5 Gramm schweren Gummiballes. Spitzenspieler aus Squash-Ländern wie Malaysia, Indien, Pakistan, Australien oder England beschleunigen den hohlen und mit einem Tropfen Flüssiggas gefüllten Spielball auf bis zu 200 Stundenkilometer.
Erst durch das Schlagen des Balles erwärmt sich das Gas und entwickelt einen Überdruck, der den Ball elastisch und spielfähig macht. Genau dieser Quetschprozess verlieh dem Spiel seinen ungewöhnlichen Namen und verdeutlich seinen Ursprung in England.
Gespielt wird in einem „Käfig“, der aus vier Wänden besteht, die den 9,75 mal 6,40 Meter großen Court umgeben. „The T is the Key“, beschreibt Eilenberger die wichtigste Schlüsselposition, an der sich die beiden Spiellinien in der Mitte des Feldes treffen. „Das Ziel ist immer, den Gegner von dieser Stelle zu locken und sich selbst dort zu positionieren“, erklärt Blaikner. Erlaubt sei dabei, den Ball so geschickt gegen beliebig viele Wände zu schlagen, dass der Gegner das Spielgerät nicht mehr vor der zweiten Bodenberührung zurückschlagen kann.
Der 45-jährige Seligenstädter ist Sportwart und kennt die Probleme, die auch zum parallelen Abstieg des ersten Teams aus der Oberliga führten. „In den besten Zeiten waren wir 60 Leute, heute sind wir noch 15“, erinnert sich Rothenberger an die Squash-Euphorie der 1980er, in deren Zug sich auch 1988 die Court Runners gründeten. „Zudem gehen die besten Spieler zu den großen Vereinen, die sich außerdem noch ausländische Spieler einkaufen“, beklagt Rothenberger, der dennoch optimistisch in die Zukunft blickt: „Aufsteigen können wir auf jeden Fall. Aber Nachwuchs und neue Spieler sind bei uns jeder Zeit willkommen.“
Weitere Informationen unter: www.courtrunners.de

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