321.02.10|Sport|Sport|
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Region Rhein-Main – Hohe Stiefel, Dekollete und Minirock: Kamila Porczyk aus Bruchköbel bei Hanau wirkt auf den ersten Blick wie eine ganz normale hübsche Frau. Doch unter ihrer Kleidung verbergen sich gestählte Muskeln. Seit zehn Jahren ist sie Fitness-Athletin. Das erfordert vor allem Disziplin: Jede Minute ihres Tages ist verplant. Süßigkeiten sind für sie tabu. Von Jennifer Dreher

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Stolz präsentiert Kamila Porczyk ihre erste eigene Fitness-DVD.
Erst Anfang der Woche hat sie nach einer dreijährigen Pause vom Wettkampfsport wieder mit dem Training begonnen. In einer Kür vor der Jury wird ihr alles abverlangt. Nicht nur Muskeln zählen bei den Fitness-Athletinnen. Schauspiel, Tanz, akrobatische Elemente und das Styling müssen ebenfalls stimmen. Mit dunkler Creme eingeschmiert, kommen dabei die Muskeln noch mehr zur Geltung.
„Momentan fühle ich mich aber zu dick“, sagt die gebürtige Polin. Ihr Mann Bernd Czabaun erklärt: „Sie hat natürlich ganz andere Maßstäbe an ihre Figur als eine Durchschnittsfrau.“
Aus dem Training kam sie nie. Doch zwischen ihrer jetzigen Form und der zum Zeitpunkt des Wettkampfes liegt noch harte Arbeit. Ihr Trainer unterstützt sie dabei mit ausgefeilten Ernährungs- und Trainingsplänen.
Ihr Wissen Ernährung und Fitness gibt sie in Fachmagazinen, als Personal-Trainer und auf ihrer eigenen Fitness-DVD preis. Die ist bisher auf dem polnischen Markt erschienen, soll aber auch bald in deutscher und englischer Sprache erscheinen.
„Einer normalen Frau kann ich mit einfachen Tipps in wenigen Wochen zu einer schönen Figur verhelfen“, sagt sie.
„Wenn ich erfolgreich bei einem Wettkampf war, gönne ich mir auch mal eine Pizza“, sagt sie. Aber nur eine ganz dünne mit wenig Käse. Hemmungslos schlemmen ist für die 32-Jährige ein Fremdwort. Doch das war nicht immer so. Mit neun verließ Porczyk das Elternhaus, um eine spezielle Akrobatik-Schule, zu besuchen, die es in ihrer Heimatstadt Pionki nicht gab. Dort trainierte sie mehrere Stunden am Tag, während andere Kinder in ihrem Alter spielten. Als sie vor zirka elf Jahren aufhörte, fiel sie in ein Loch. „Ich begann Sportwissenschaften zu studieren“, erzählt sie. Oft habe sie nachts gelernt und dabei so viel gegessen, dass sie das erste Mal Fett ansetzte.
„Ich wusste, dass es so nicht weitergehen kann und suchte Rat bei einem Bodybuilder“, sagt Porczyk. Als sie es schaffte in vier Wochen seine Erwartungen zu übertreffen, erkannte er ihr Talent und trainierte sie. Gold-Medaillen, der Titel der Miss Universe und der Miss Fitness World folgten.
An diese Erfolge will Porczyk anknüpfen. Nebenher eröffnet sie zudem Anfang März ihr erstes Perfect Body Center in der Auheimer Straße in Hanau. Dort gibt es Kosmetikbehandlungen, Ernährungs- und Trainings-Tipps. „Jeder kann mehr für seine Fitness machen“, sagt Porczyk.

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