915.08.10|Sport|Sport|
Drucken|Empfehlen|Schrift
a
/
A||recommendbutton_count130
Mörfelden/Dietzenbach – Sie sind groß wie Tennisbälle, wiegen 170 Gramm und sind hart wie ein Stein. Wenn Marlin Köhler mit ihnen spielt, laufen sie wie von Zauberhand in die sechs Taschen. Der Dietzenbacher beherrscht die Billardkugeln so gut, dass er vor einer Woche gleich mit zwei Medaillen von der Europameisterschaft zu seinem Verein, dem PV Mörfelden-Walldorf, zurückgekehrt ist. Von Andreas Einbock

© ane
Auf den weißen Spielball zielt Marlin Köhler, um die Volle zu versenken. Das will der 18-Jährige ab November auch in der 2. Bundesliga.
Zweimal lang und einmal kurz schwingt der 18-Jährige seinen Queue vor dem Spielball an. Dann eröffnet er mit einem kräftigen Stoß das so genannte 8-Ball-Spiel auf einem der fünf Billardtische im Mörfelder Vereinsheim. Nach ein paar Sekunden kommt die letzte Kugel auf dem 2,54 Meter langen und 1,27 Meter breiten Tisch zum Stillstand.
„Das ist die bekannteste Variante, die mit 15 Kugeln und dem Spielball gespielt wird“, sagt Köhler und erklärt: „Im Prinzip muss man nur die Halben oder Vollen versenken und zum Schluss die schwarze Kugel mit der Acht lochen.“ Das gelang ihm erst vor einer Woche bei der Jugend-EM im niederländischen Leende so gut, dass der mehrfache deutsche Jugendmeister seine erste EM-Einzelmedaille gewann.
Zehn Tage lang spielte der Abiturient in einem Hotel mit 120 Schülern um die fünf EM-Titel. Den sicherte er sich mit der Mannschaft. „Das war mein dritter EM-Titel im Team. Nun darf ich den großen Pokal behalten“, freut sich Köhler, der mit elf Spielern und drei Betreuern die Deutschen Billard Union vertrat und im Finale vor 150 Zuschauern spielte: „Die Atmosphäre war sehr schön. Nur auf dem Weg zum Tisch war ich etwas nervös.“
Zum Poolbillard ist Köhler vor sieben Jahren durch Snooker-Übertragungen im Fernsehen gekommen. „Das war so spannend. Diese Mischung aus Präzision und Konzentration hat mich begeistert“, erinnert sich Köhler, der damals beim PC Urberach begann und nach vier Jahren zu Astoria Walldorf wechselte. „Seit 2007 bin ich im hessischen Leistungskader, mit dem ich zwei Mal im Monat trainiere“, sagt Köhler, der jede Woche etwa 20 Stunden am Tisch steht. Dabei werden auch drei weitere Turnier-Disziplinen des Poolbillards geübt, bei denen er bei der EM hintere Plätze belegte.
„Im 9-Ball müssen die neun durchnummerierten Kugeln gelocht werden, wobei der Spielball immer zuerst die niedrigste Kugel berühren muss“, erklärt Köhler und ergänzt den Unterschied zum 10-Ball-Spiel: „Da gibt‘s nur die Kugel mit der Nummer zehn dazu und die Bälle sowie das Loch müssen angesagt werden.“ Die nötige Ruhe holt er sich in der halben Stunde vor einem Spiel, in der er sich hinlege und langsam Spannung aufbaue.
Unterstützt wird Köhler als einer der wenigen im Lande vom Queue-Hersteller Eurowest, der ihn bei Turnieren und im Verein PV Mörfelden-Walldorf sponsert. Mit dem will er im November in der Zweiten Bundesliga erfolgreich sein. Doch zuvor möchte der Dietzenbacher seine DM-Premiere bei den Herren erfolgreich meistern.

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.
Facebook 'Like' wird geladen...

Karte wird geladen...


