1222.08.10|Sport|Sport|
Drucken|Empfehlen|Schrift
a
/
A||recommendbutton_count130
Region Rhein-Main – Krieger! Mitten in Darmstadts Stadtpark kämpfen Offenbacher, Frankfurter und Darmstädter mit lautem Gebrüll. Sie rasen aufeinander los und dreschen sich überdimensional große Wattestäbchen um die Ohren. Von Mareike Palmy

© map
Hobby-Ritter unter sich: Pink-Pain-Jugger beim Training im Darmstädter Herrengarten. Sieht gefährlich aus, ist es aber nicht.
Kopfschüttelnde Passanten laufen irritiert vorbei. „Herrscht hier Krieg?“, fragt eine ältere Dame. Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Massenschlägerei, ist in der Realität der zurzeit wohl verrückteste Sport: Jugger.
Die Mannschaftssportart ist eine Mischung aus einem Ballspiel und einer Nahkampfschlacht. Gespielt wird in der Regel mit zwei Mannschaften, im Idealfall fünf gegen fünf. Ziel ist es, den Ball („Jugg“) so oft wie möglich im gegenerischen Tor („Mal“) zu platzieren.
Seit 2007 ist Jugger ein weithin anerkannter Sport. „Trotzdem haben wir Probleme, ernst genommen zu werden, weil Juggern so brutal aussieht“, sagt Florian Krell. Der 23-jährige Student trainiert seit drei Jahren regelmäßig. Und tatsächlich: In manchen Städten haben besorgte Passanten auch schon mal die Polizei zu einer vermeintlichen Massenschlägerei gerufen, wissen die Jugger zu berichten.
Die noch relativ unbekannte Sportart wirkt auf den ersten Blick befremdend. Wenn ausgewachsene Männer wie Hobby-Ritter mit übergroßen Schaumstoffprügeln aufeinander losrasen, fühlt man sich wie bei einer historischen Barbarenschlacht.
Vorbild für Jugger ist ein australischer Endzeitfilm aus den späten achtziger Jahren mit dem Titel „Die Jugger – Kampf der Besten“. Aus dem Spiel im Film wurde ein spielbarer Sport. Ein selbst ausgeklügeltes Regelwerk vervollständigt das Ganze.
„Drei, Zwei, Eins, Jugger!“ – wenn der Schlachtruf ertönt, stürmen die Spieler aufeinander zu und prügeln mit länglichen Gegenständen, Pompfen genannt, los. „Die bauen wir selbst“, berichtet Florian Krell.
Wie moderne Gladiatoren wirken die Spieler. Viele kommen aus der Live-Rollenspiel-Szene, lieben andere Welten und alles was mit Fantasy zu tun hat. Wie normale Sportler sehen sie jedenfalls nicht aus.
Inzwischen hat Jugger deutschlandweit Fans: Knapp 30 Teams spielen in der 2003 gegründeten Liga. Sie tragen Namen wie Trollfaust oder Blutgrätsche. Das Darmstädter Team nennt sich Pink Pain (Pinker Schmerz). Weltweit wächst die Fangemeinde. Jeder darf mitmachen, auch Anfänger.
Das Pink-Team ist zurzeit noch das einzige im Rhein-Main Gebiet und sucht noch Mitspieler. Trainiert wird dienstags und donnerstags ab 18 Uhr im Darmstädter Herrengarten, in der Nähe der Hochschulstraße. Wer selbst mal die Pompfe in die Hand nehmen will, kann jederzeit bei den Juggern vorbeischauen.

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.
Facebook 'Like' wird geladen...

Karte wird geladen...


