Eishockey-Nachwuchs aus Offenbach und Langen spielt für die Young Lions in Frankfurt

Junge Löwen pflügen das Eis

1028.02.10|SportFacebook
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Region Rhein-Main – Sie sind jung und sie sind hungrig. 180 Kinder in acht Teams wollen es den Profis nachmachen. Der Nachwuchs der Lions ist ehrgeizig und steht schon ab vier Jahren auf dem Eis. Ähnlich früh begann es auch bei Clemens Schulz und Tom Schickedanz. Von Andreas Einbock

Clemens Schulz nimmt Fahrt auf und steuert mit dem Puck das Tor an.

© ane

Clemens Schulz nimmt Fahrt auf und steuert mit dem Puck das Tor an.

Während in der großen Eissporthalle die Profis trainieren, laufen in der Nebenhalle 28 Kinder scheinbar wild über das Eis. In voller Montur zielen sie nacheinander auf die beiden leeren, roten Tore. Ein lauter Pfiff beendet das hektische Treiben. 18.45 Uhr: Pünktlich ruft Danilo Valenti, Cheftrainer der Young Lions die 28 Jungs zu sich und teilte zwei Gruppen ein. Nach einem erneuten Pfiff fahren die Grünen und Roten zum zweiten Trainer, während die Knaben im blauen, gelben oder weißen Shirt einen Halbkreis um den Cheftrainer bilden. Unter ihnen ist auch Clemens Schulz. Der zwölfjährige Offenbacher lauscht den Anweisungen, bevor er wie die anderen auf dem Weg von der einen zur anderen Bande den Puck abwechselnd rechts und links am Schläger führt. „Das fetzt mehr als Fußball“, beschreibt Schulz und schiebt hinterher: „Ich mag es, so schnell auf dem Eis unterwegs zu sein.“

Trink-Pause wie eine Raubtierfütterung

Beeilt hat sich auch sein Vater. Als Mannschaftsbetreuer ist Michael Schulz unter anderem für die Getränke zuständig. Auf zwei übereiandergestellten Bänken platziert der 46-Jährige die frisch abgefüllten Flaschen nebeneinander. Nach dreißig Trainingsminuten rauscht die erste Gruppe an die Bande heran. Wie bei einer Raubtierfütterung stecken sich die Jungs im Alter zwischen neun und zwölf Jahren die Flaschenöffnungen durch ihren Gesichtsschutz.

„Eishockey ist koordinativ extrem anspruchsvoll. Du brauchst den Blick für den Mitspieler, den Gegener, das gegnerische und das eigene Tor. Und natürlich musst du dich auf den Beinen halten“, fasst Schulz zusammen. Zehn Jahre hat Schulz selbst gespielt. „Bis zur Landesliga hat‘s bei mir gereicht. Mit 21 Jahren war Schluss. Clemens schafft es bestimmt mal weiter“, blickt Schulz Senior auf seinen Sohn. Der stand schon mit sechs Jahren auf dem Eis und durchlief die Laufschule, die jeder bei den YOung Lions absolvieren muss, um erstmal sicher ohne Puck und Schläger auf dem Eis zu Laufen. Das kann Clemens inzwischen sogar rückwarts so gut, dass er als Verteidiger spielt. In der NRW-Liga B in Nordrhein-Westfalen sind sie momentan Tabellenzweiter uns stehen vor dem Aufstieg. „Am nervigsten ist es, wenn ich keine Kraft mehr haben und weiterspielen muss“, sagt Clemens. Noch anstrengender sei nur das lange An- und Ausziehen der Hockey-Kluft, zu der neben Schlittschuhen Schläger und Helm auch ein Brustpanzer, Ellbogenschoner, Tiefschutz und Handschuhe gehören.

Russe als Vorbild

Bei Tom Schickedanz kommen noch ein paar Knie- und Handschoner dazu. Der neunjährige Langener ist unter seiner Torwart-Kleidung kaum zu erkennen. In der zweiten Trainingsgruppe steht er im Kasten und wehrt tapfer einen Schuss nach dem anderen ab. „Mein Papa hat mich zu einem Lions-Spiel mitgenommen. Da fand ich den Goalie Ian Gordon so klasse.“ Seitdem wollte er auch Torhüter auf dem Eis werden. Sein Lieblingsspieler ist aber ein russsischer Nationalstürmer. „Alex Owetschkin von den Washington Capitals ist einfach des beste Spieler auf der Welt“, steht für Schickedanz fest. Deswegen ist auch klar, wer Olympiasieger wird: „Russland natürlich.“

Toms Traum ist am Donnerstag gegen Olympia-Gastgeber Kanada geplatzt. Das Finale beginnt heute Abend um 21.15 Uhr.

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