229.08.10|Sport|Sport|1
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Dieburg – Nach einem Jahr Pause ist es wieder da: Hessens einziges reines Trabrennen. Das wird am Sonntag, 5. September auf dem Annenhof ausgetragen. Für die 19. Auflage möchte Lutz Will neben und auch auf der Strecke für Erfolge sorgen. Von Jens Dörr

© Verena Scholze
Lutz Will gibt Gas. Der Trabrennfahrer will auf seiner Heimstrecke wieder ganz vorne landen.
„Nach dem Rennen 2008 hatten wir eine derart gute Resonanz, dass wir motiviert waren, das Trabrennen wieder zu veranstalten“, sagt Lutz Will. „Und als bekannt war, dass das Rennen 2009 ausfällt, haben uns für 2010 viele ihre Unterstützung zugesichert.“ Will ist Chef des „Annenhofs“, seine Familie erwarb den früheren Ackerbaubetrieb vor 39 Jahren. Inzwischen hält Will zwar auch noch 20 Rinder. Traberzucht und Pferdepension bilden aber den wichtigsten Teil seines Geschäfts.
Will sitzt selbst im Sulky, so heißen die Wagen beim Trabrennen und kosten zwischen 2500 und 12.000 Euro. Als Amateur darf er auch bei den Profis mitfahren. Bei etwa 30 Veranstaltungen pro Jahr geht Will mit verschiedenen Pferden an den Start. Zudem ist der 54-Jährige Erster Vorsitzender des Hessischen Trabersportvereins.
„Mit dem Trabrennsport ist es hier aufgrund der geografischen Lage gar nicht so einfach“, sagt er. Ein eigenes Pferd und die entsprechende Lizenz zum Fahren seien das eine. Vor allem aber müsse man als Südhesse weite Wege auf sich nehmen, um zu den Trabrennen der Republik zu gelangen. Die fänden unter anderem häufig in Nordrhein-Westfalen statt, das bekannteste Derby freilich ist das in Berlin-Mariendorf. Einen zweiten Platz in einem dortigen Standardrennen – im Vor- wie im Endlauf – nennt Will seinen größten Rennerfolg.
Was er verschweigt: Vielfach fuhr er auch beim Heimspiel auf dem Annenhof vor den anderen über die Ziellinie. Dank einiger Sponsoren hat er die Chance, diese Triumphe am kommenden Sonntag zu wiederholen.
Ab 14 Uhr beginnen die sechs Rennen, in denen die Pferde nach ihren bisher herausgetrabten Gewinnsummen eingeteilt werden. Höhepunkt ist der Endlauf in der Klasse bis 35.000 Euro, in der bereits sehr ambitionierte Amateure fahren. Nur wenige Profis kommen nach Dieburg, dennoch sind die Wettbewerbe international ausgeschrieben.
Zweimal pro Rennen gilt es, die 1000-Meter-Runde zu durchfahren. Will selbst wird viermal an den Start gehen. Schon ab elf Uhr ist Einlass in derDarmstädter Straße 125 (Eintritt: 3 Euro, ermäßigt: 1,50 Euro, Kinder bis 14 Jahren: frei).
Zum Programm gehört auch das Wetten. Wer jünger als 18 Jahre sei, habe aber keine Chance mitzumachen, betont Will. 3.000 Zuschauer nennt er als Zielmarke für dieses Jahr. Abgesagt werden musste das Rennen wegen Wetterkapriolen bislang aber noch nie.
Ebenso wenig habe es in Dieburg schwere Stürze oder Dopingfälle gegeben, erzählt Will. „Weil der Pferdesport und auch die Trabrennen im Visier der Tierschützer stehen, werden da alle wichtigen Maßnahmen ergriffen“, verspricht Will.

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