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So kämpft sich Stefano Cammarata Schritt für Schritt zurück ins Leben

Er überlebte einen Sieben-Meter-Sturz

129.08.10|RheinMain|RheinMain|
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Artikel: Er überlebte einen Sieben-Meter-Sturz

Region Rhein-Main – Auf dem Fußballplatz war Stefano Cammarata früher ein Kämpfer. Einen Kampf auf Leben und Tod allerdings hatte er auf dem grünen Rasen nie führen müssen - doch seine Einstellung hat dem Elektroinstallateur aus Groß-Zimmern geholfen, dass er heute noch lebt. Nach einem Sturz aus sieben Metern Höhe, kämpft er sich wieder zurück ins Leben. Von Jens Dörr

Stefano Cammarata in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt.

© Dörr

Stefano Cammarata in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt.

Es war der 31. Mai, als Cammarata in einer Groß-Umstädter Sporthalle auf ein rollbares Gerüst stieg und an der Deckenbeleuchtung arbeitete, wo er einen Kurzschluss vermutete. Dann plötzlich kommt das Gerüst ins Wanken und fällt mitsamt Cammarata um. An den genauen Hergang kann er sich danach kaum mehr erinnern.

Denn der fatale Sturz hatte katastrophale Folgen. In einer siebenstündige Notoperation im Umstädter Krankenhaus wurde Cammarata ins künstliche Koma versetzt und gerettet.

Notoperation rettete ihm das Leben

Durch den Sturz waren nämlich seine Lendenwirbel zertrümmert, die Lunge gequetscht, zwei Brustwirbel gebrochen, das Rückgrat in Mitleidenschaft gezogen und Nerven durchtrennt worden. Dazu kamen zehn Rippenbrüche. „Kleinigkeiten“ wie einen Bänderriss und ein komplett blaues Knie vergisst der Familienvater beim Aufzählen sogar.

Dann begann derKampf. Ein Kampf für Genesung. Ein Kampf, um wieder der Alte zu werden.

„Direkt zu Beginn bekamen meine Angehörigen gesagt, dass ich nie mehr würde laufen können“, sagt Cammarata. Wie sich bereits nach zehn Wochen herauskristallisierte, irrten die Ärzte. Stefanos Frau Bianca erinnert sich: „Ab dem Moment, wo sich die Prognose verbesserte, hat Stefano nur noch nach vorne geblickt.“

Nach zehn Tagen in Groß-Umstadt , wo Cammarata vor allem im Rückgrat stabilisiert wurde, kam der „italienische Zimmner“, wie er sich selbst nennt, in die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik nach Frankfurt. In einer zweiten OP wurden die Lendenwirbel versorgt.

„Wenn alles gut geht, werde ich auch bald wieder ohne Hilfe laufen können. Einige Stellen am Körper werden eventuell taub bleiben, weil durchtrennte Nerven dort nicht mehr zusammenwachsen. Vom Fußballspielen und vom Joggen muss ich mich aber verabschieden, haben mir die Ärzte gesagt.“

So schnell wird er nicht mehr auf dem Fußballplatz stehen

Nach mehr als 20 Jahren Aktivität hatte Cammarata zuletzt bei den Alten Herren des FSV Groß-Zimmern gespielt. Damit wird es wohl vorbei sein. „Ich würde mich aber freuen, wenn ich zumindest meinem Sohn im Garten wieder ein paar Bälle zuschießen kann.“

Auch in finanzieller Hinsicht scheint sich bei der gebeutelten Familie Cammarata alles zum Guten zu wenden. Zwar wird es schwierig für die vierköpfige Familie, ihr Häuschen nur mit der Grundabsicherung abzubezahlen. Aber seine Ex-Vereine wollen ihn unterstützen. Der SC Hassia Dieburg hat Cammarata-T-Shirts drucken lassen, deren Verkaufserlös von elf Euro pro Shirt der Familie zugute kommt. Dazu wollen Dieburg, der FSV Groß-Zimmern und die Spvgg. Groß-Umstadt ein Blitzturnier veranstalten und die Einnahmen spenden. Und der FSV hat weiterhin ein Spendenkonto eingerichtet, das seinen kleinen Beitrag bei der finanziellen Bewältigung des Unfalls leisten soll.

Spenden bitte an: FSV Groß-Zimmern, Sparkasse Dieburg, Bankleitzahl: 50852651, Kontonummer 0138106273, Verwendungszweck „Stefano“.

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