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Gurken, Mais und Erdbeeren haben es dieses Jahr nicht leicht

Droht den Bauern ein Pleite-Sommer ?

Region Rhein-Main – Es ist zu trocken für Erdbeeren und Getreide. Durch die Ehec-Krise bleiben die Landwirte auf ihrer Ware sitzen. „Existenzen sind gefährdet“, sagt Bernd Weber vom hessischen Bauernverband. Und Hans-Georg Paulus vom Gärtnerverband bestätigt: „Die Branche hält das nicht länger aus.“  Von Angelika Pöppel, Mareike Palmy und Norman Körtge

Landwirt Volker Frank wünscht sich für seinen Mais vor allem Regen.

© nkö

Landwirt Volker Frank wünscht sich für seinen Mais vor allem Regen.

2400 Gurken musste der Frankfurter Gurkenbauer Rolf Bullmann am vergangenen Mittwoch vernichten. Seit zwei Wochen, mitten in der Hauptsaison, ist sein Geschäft eingebrochen. „Die Warnung der Regierung bricht uns den Hals“, sagt Bullmann. Denn diese warnt vorsorglich vor Tomaten, Salatgurken und Blattsalaten. Und genau diese kaufen die Verbraucher nicht mehr. Für Bullmann ist das unverständlich: „Die Ursache derKrankheit ist nach wie vor unklar. Die Warnung ist reine Panikmache“. Bernd Weber vom hessischen Bauernverband bestätigt, dass in über 200 Untersuchungen in Hessen und bundesweit noch kein verseuchtes Gemüse entdeckt wurde.

Erst das Wetter, dann der Virus: Mais, Erdbeeren und Gurken haben es diese Saison nicht leicht

Rolf Bullmann wird wegen der Ehec-Krise seine Gurken nicht los.© pöpRolf Bullmann wird wegen der Ehec-Krise seine Gurken nicht los.

Auch der Anbau von Bullmann steht unter strengen Auflagen. Er pflanzt seine Gurken und Tomaten in Gewächshäusern an. „An das Gemüse kommt kein Regen, kein Erreger durch den Boden und Gülle dürfen wir sowieso nicht verwenden“, sagt der Bauer. Die Ehec-Krise ist eine Katastrophe für Gemüsebauern. Händler können ihre Bestellung stornieren, doch der Landwirt bleibt auf der Ware sitzen. „Die Landwirte sind das schwächste Glied in der Kette“, sagt Weber.

Auch die Erdbeeren haben dieses Jahr kein leichtes Leben. Denn die Wetterverhältnisse trüben die Bilanz kurz vor Saisonende. Zwar freuen sich die Früchte generell über Sonne, doch dieses Frühjahr war es etwas zu viel des Guten. Die ständige Trockenheit machte den Pflanzen stark zu schaffen und forderte eine dauerhafte Bewässerung der Felder. Hinzu kam die Frostphase an den Tagen der Eisheiligen, die viele Triebe nicht überlebt haben. So endet die diesjährige Erdbeersaison eher bescheiden für die Bauern der Region.

Einer dieser südhessischen Erdbeerbauern ist Hansgeorg Münch aus Groß-Umstadt vom Erdbeerhof Münch. Er weiß, dass die diesjährige Erdbeerzeit für viele Landwirte regelrecht frustrierend gelaufen ist. „Die Saison war bescheiden. Zuerst die Frostschäden, dann die Trockenheit. Da war die Ernte nicht sehr üppig“, sagt der Chef des Erdbeerhofs. Die Saison geht in diesem Jahr deshalb früher zu Ende. In den südhessischen Anbaugebieten wird die Ernte zum Großteil bereits bis Mitte Juni abgeschlossen sein. Das ist 14 Tage früher als in einem normalen Jahr.

Nach Angaben des stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes der süddeutschen Spargel- und Erdbeeranbauer, Rolf Meinhardt aus Weiterstadt, haben die Erdbeerbauern in diesem Jahr eine um rund 20 Prozent geringere Ernte.

Schwarzes Jahr für die Ernte

„Nicht jedes Jahr bringt eine gute Ernte. Die Erträge im Erdbeeranbau können stark schwanken. Auch Naturgewalten wie Hagel oder Gewitter können die Arbeit eines ganzen Jahres, in Minuten vernichten. Damit muss ein Landwirt rechnen“, sagt Münch.

Die Erdbeer-Ernte in der Region fiel wegen der Trockenheit nicht so üppig aus wie in den Vorjahren.© mapDie Erdbeer-Ernte in der Region fiel wegen der Trockenheit nicht so üppig aus wie in den Vorjahren.

Noch optimistisch schaut hingegen der Dreieicher Landwirt Volker Frank in die Zukunft. Zumindest, wenn es um seinen Mais geht und es in den nächsten Wochen regelmäßig regnet. Mit ihm hofft auch Wolfgang Barth, Veranstaltungs-Chef der Dreieicher Bürgerhäuser. Denn am 17. Juli beginnt die Veranstaltungsreihe „Kabarett, Musik und Literatur im Mais“. Und den Rahmen zum Kleinkunstprogramm bildet das Maislabyrinth von Volker Frank an der Straße Im Höchsten. Damit das Labyrinth aber wie in den vergangenen Jahr für etwa 2500 kleine und große Menschen ein Spaß wird, müssen die Maispflanzen in die Höhe wachsen. „1,80 Meter wären schon schön“, sagt Frank. Anfang Mai hat er den Mais auf dem 2,5 Hektar großen Feld ausgesät. Jetzt sind die Pflänzchen etwa 15 Zentimeter hoch und benötigen für ein weiteres schnelles und gutes Wachstum eben ordentlich Nass von oben.

Beim Getreide sieht es da schon schlechter aus. Durch die Trockenheit bilden sich die Pflanzen zurück und es gibt viel weniger Ähren, berichtet der Dreieicher Landwirt.

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