Superbanner

Diese Drei ärgern die Deutsche Bahn

Diese Drei ärgern die Deutsche Bahn

705.09.10|RheinMain|RheinMain|5
Drucken|Empfehlen|Schrift   a  /  A||recommendbutton_count130

Schliessen

Druckvorschau

Artikel: Diese Drei ärgern die Deutsche Bahn

Offenbach – Reisen innerhalb Deutschlands ist teuer und bietet nur drei Möglichkeiten: Auto, Bahn oder Flugzeug. Das wollen drei Offenbacher Jungunternehmer ändern. Mit ihrer Bus-Mitfahrzentrale nutzen die BWL-Studenten eine Gesetzeslücke und bringen somit das Monopol der Deutschen Bahn für Fernverbindungen ins Wanken. Von Andreas Einbock

Starten mit ihrer Studenten-Idee durch: Christian Janisch (blau-weißer Pullover), Alexander Kuhr (mit Bart) und Ingo Mayr-Knoch bieten Reisenden über ein Internetportal Mitfahrgelegenheiten in Bussen an.

© ane

Starten mit ihrer Studenten-Idee durch: Christian Janisch (blau-weißer Pullover), Alexander Kuhr (mit Bart) und Ingo Mayr-Knoch bieten Reisenden über ein Internetportal Mitfahrgelegenheiten in Bussen an.

Groß und luftig wirkt das Büro in der Heyne-Fabrik, das Alexander Kuhr, Ingo Mayr-Knoch und Christian Janisch im Juli bezogen haben. Viel Platz für gute Ideen und die Revolutionierung des deutschen Fernreisemarktes. Denn die BWL-Studenten betreiben seit März 2009 mit der Yourbus GmbH die XXL-Mitfahrzentrale DeinBus.de im Internet. „Das Prinzip ist ganz einfach. Auf unserer Internetseite wählt der erste Interessent Abfahrtsort, Ziel und Datum. Melden sich etwa 15 weitere Mitfahrer für diese Fahrt, mietet der Erste diesen Bus und die Reise geht los“, erklärt Mitbegründer Janisch.

Und das ist im Vergleich richtig günstig. So kostet eine Fahrt von Frankfurt nach Köln zwischen neun und 12,50 Euro. Mit dem eigenen Auto wären dafür etwa 35 Euro fällig, mit der Bahn hätte man sogar mindestens 42 Euro berappen müssen. „Zudem sind wir zuverlässig, pünktlich, haben ausgebildete Busfahrer und die Klimaanlage funktioniert auch immer“, spielt Janisch schmunzelnd auf das Hitze-Desaster in ICEs in diesem Sommer bei der Deutschen Bahn. Gegen die richte sich ihr Angebot nicht. „Wir haben ja gar nichts gegen die Bahn und fahren selbst gelegentlich damit“, sagt Geschäftsführer Mayr-Knoch und ergänzt: „Unser Angebot ist vielmehr eine Ergänzung und für Leute gemacht, die sonst gar nicht gefahren wären.“

Bustrips in Osteuropa und Spanien lieferten die Idee

Auf die Idee sind die drei Studenten, die sich beim Studium in Friedrichshafen kennen gelernt haben, vor zwei Jahren nach ihrer Rückkehr von ihren Auslandsaufenthalten gekommen. „In Spanien haben ich immer günstige und komfortable Busse mit Getränken und oft auch Internet genutzt“, erinnert sich Mayr-Knoch an seine Fahrten durch Spanien. Ähnlich gute Buserfahrungen sammelte Kuhr auch in Osteuropa. Zurück in der Heimat wunderten sie sich, dass es so etwas in Deutschland nicht gibt und stießen bei ihren Recherchen auf die Ursache für den fehlenden Busfernverkehr: Die problematische Gesetzeslage.

„Nur weil es die Politik nicht geregelt bekomme, könne der Verbraucher doch nicht von der Mobilität ausgeschlossen werden“, sagt sich Geschäftsführer Kuhr und spielt damit auf das angestaubte Personenförderungsgesetz von 1934 an. Das schreibt vor, dass Bus-Fernlinien nur genehmigt werden, wenn sie eine „wesentliche Verbesserung“ bestehender Bahnverbindungen darstellt. „Damit sollte die junge Bundesbahn gestützt werden. Doch damals gab‘s kaum Autos, keine Linienflüge und erst recht kein Internet“, so Janisch, der auf die von der Regierung versprochene Liberalisierung des Fernverkehrs hofft. Bis dahin nutzen die drei Jungunternehmer die Gesetzeslücke, die sich im Paragraf 49 versteckt. Demnach darf jeder Mensch einen Bus mit anderen zusammen mieten, solange es ein „zusammengehöriger Personenkreis ist, der sich über Ziel und Ablauf der Fahrt einig ist.

Angebot schone die Umwelt

Somit biete das Unternehmen nur die Plattform und organisiere den Bus. „Wir haben selbst keine Busse. Dafür arbeiten wir mit Busunternehmen zusammen, die froh sind, wenn ihre Fahrzeuge nicht im Betriebshof rumstehen“, erklärt Janisch, der mit seinen Partnern viel Zeit mit der Genehmigung der einzelnen Fahrten beschäftigt ist.

Ziel sei nicht ein Linienverkehr, sondern eine effiziente und ökologische Ausnutzung der Busse. „Mit unserem Angebot schonen wir also auch die Umwelt“, so Janisch.

zurück zur Übersicht: RheinMain

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Kommentare

Facebook

Facebook 'Like' wird geladen... Inhalt wird geladen - Downloadanzeige

standardfalse280like
50.1049197,8.758561

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

Kontakt zur Redaktion

  • Mehr News aus Rhein-Main
  • Themen

Unsere Hitlisten

  • meist gelesen
  • meist kommentiert
  • gedottet
  • Themen

Ponys mit Käsekuchen zu Tode gequält

Münster – Es sind Höllenschmerzen, die die Ponys von Frank und Karin Diefenbach immer wieder erleiden müssen: Der Bauch aufgebläht, der Darm verknotet. Weil Spaziergänger widerrechtlich Essen auf die Koppel werfen. Jetzt fordern die Diefenbachs: „Hört auf, unsere Ponys zu Tode zu quälen.“ Von Christian ReinartzMehr...

Charlie Sheen

Sheens Ex-Frau vor Gericht nicht live im TV

Aspen/USA - Ein bevorstehender Gerichtstermin der wegen Drogenvergehen angeklagten Ex-Frau von Schauspieler Charlie Sheen, Brooke Mueller, darf nicht von einem Promi-Portal live übertragen werden.Mehr...

Hobby-Astronom filmt  Raumsonde "Phobos-Grunt"

Moskau/Paris - Spektakuläre Bilder der außer Kontrolle geratenen russischen Raumsonde “Phobos-Grunt“ sind nach Medienberichten einem Hobby-Astronomen aus Paris gelungen.Mehr...

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Beate von Hönes Hunde-Kindergarten lief gut, bis das Amt die Vorschriften rauskramte.

Amt treibt Hundemama in Hartz IV

Dietzenbach – Paragrafen-Reiterei brutal: Mühsam hat sich Beate von Höne mit einer Hundetagespflege aus der Arbeitslosigkeit herausgekämpft. Doch Stadt und Kreis treiben sie jetzt wieder in die Stütze. Von Höhne klagt an: „Denen sind ihre Vorschriften wichtiger, als die Menschen.“ Von Christian ReinartzMehr...

Horst Trieflinger vor dem Frankfurter Land- und Amtsgericht.

Verein kämpft gegen Pfusch-Richter und Schluder-Anwälte

Region Rhein-Main – Ein Viertel aller Gerichtsurteile sind Fehlurteile! Davon ist der Frankfurter Justiz-Experte Horst Trieflinger überzeugt. Mit seinem Verein gegen Rechtsmissbrauch hat er fehlerhaft arbeitenden Richtern und schludrigen Anwälten den Kampf angesagt. Von Christian ReinartzMehr...

Die American Footballer von Frankfurt Universe stehen für die zweite Bundesliga bereit, nur eine Spielstätte fehlt.

„Das könnte das Ende von Frankfurt Universe bedeuten“

Region Rhein-Main – Weil die Footballer von Frankfurt Universe bislang ohne Spielstätte dastehen, ist deren Lizenz in Gefahr. Und das knapp drei Monate vor dem Saisonbeginn in der zweiten Bundesliga. Dadurch drohen ein Jahr Spielpause, eine saftige Geldstrafe und der Fall in die Vierte Liga. Von Dirk BeutelMehr...

Nach „Voice“-Aus: Nina freut sich auf Knutschis

Berlin/Offenbach – Freitagabend, 23.16 Uhr, live in Sat.1. Popmusikerin Nena muss eine schwere Entscheidung bei „The Voice of Germany“ treffen. Wer soll weiter zu ihrem Team gehören. Schweren Herzens entscheidet sie sich gegen die Offenbacherin Nina Kutschera. Von Norman KörtgeMehr...

Wulff-Debatte hat schon viel früher begonnen

Region Rhein-Main – Bundespräsident Christian Wulff schlingert sich weiter durchs Amt. Eine Situation, die für Bürger und Politiker enttäuschend ist. Dabei haben schon kurz vor der Amtseinführung Medien und Politiker gewarnt. Auch der EXTRA TIPP. Von Axel GrysczykMehr...

Will wieder laufen: Yassin mit Farah El-Malki.

Nach Horror-Hirnentzündung will Yassin sich aus dem Rollstuhl kämpfen

Frankfurt – Nach einer schweren Hirn- und Rückenmarksentzündung sind drei Viertel von Yassins kleinem Körper gelähmt. Doch der Kleine will sich mit unbändigem Willen ins Leben zurückkämpfen, trainiert dafür jeden Tag. Aber obwohl seine Mutter den letzten Cent für Yassin opfert, reicht das Geld nicht für wichtige Extra-Therapien. Von Christian ReinartzMehr...

Kontakt

Logo Rhein-Main EXTRA-TIPP

Sie haben eine Frage zu einem Artikel, haben ein Problem mit der Zustellung unserer Zeitung oder möchten eine Anzeige aufgeben? Klicken Sie sich direkt zu Ihrem Kontakt durch...

Artikel lizenziert durch © extratipp
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.extratipp.com

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

SkyScraper