Hofheim – Ab sofort wird Pfarrer Thorsten Heinrich Gottesdienste für Motorradfahrer in der Region gestalten. Der 48-Jährige ist Hessens neuer Bikerpfarrer. Für die kommenden Jahre plant er allerdings mehr als nur rockige Gottesdienste. Von Julia Renner

© jule
Thorsten Heinrich auf seiner blauen Honda CBF.
„Mit normalen Gottesdiensten“, sagt Thorsten Heinrich, „kommen Biker nicht klar.“ Die Lebenswelt der Motorradfahrer ist eine andere, sagt er. Heinrich muss es wissen, denn er hat selbst eine Honda-Maschine in der Garage stehen.
Seit mehreren Jahrzehnten schon gibt es Bikergottesdienste in Deutschland. Für Thorsten Heinrich eine „Erfolgsgeschichte der Kirche“. Die Gottesdienste, zu denen immer mehrere zehntausend Menschen kommen, sind vor allem eins: Lockerer. „Die Musik ist wichtig“, sagt Heinrich. Und es sind nunmal rockigere Klänge, die Biker ansprechen. Von Udo Lindenberg bis AC/DC ist alles dabei. Inhaltlich unterscheidet sich ein Bikergottesdienst nicht allzu sehr von „normalen“. Es werden auch Psalme aus der Bibel gelesen, jedoch in „einfacher und verständlicher Sprache“, sagt Heinrich. Die Atmosphäre ist es, die die besonderen Gottesdienste auszeichnet, sagt der Geistliche.
Allerdings gibt es im Job als Bikerpfarrer nicht nur schöne Erlebnisse. Stirbt ein Motorradfahrer bei einem Unfall, überbringt der Geistliche gemeinsam mit der Polizei die traurige Nachricht, kümmert sich seelsorgerisch um die Angehörigen.
Fünf Jahre lang wird Heinrich jetzt von Hofheim-Diedenbergen aus die Bikergottesdienste koordinieren, wird dabei unterstützt von christlichen Motorradgruppen.
Hauptsächlich wird er sich jedoch mit seiner Frau Ivonne die Pfarrstelle in der Gemeinde Hofheim-Diedenbergen teilen. Dann wird die Kutte wieder gegen den Talar getauscht und die Rockmusik weicht der klassischen Kirchenmusik.
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