Äppler: Eine Kultur vor dem Untergang!

                         

Äppler: Eine Kultur vor dem Untergang!

330.05.10|RheinMain|8 KommentareFacebook
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Frankfurt – Auf das gute alte Stöffche kommen harte Zeiten zu. Immer weniger Frankfurter wollen den sauren Apfelwein überhaupt noch trinken. Stattdessen verlangen sie in den Apfelweinwirtschaften der Stadt moderne Biermischgetränke. Der Äppler fristet nur noch ein Schattendasein. Zieht der Konsum nicht bald wieder an, wird der Apfelwein über kurz oder lang aussterben. Von Christian Reinartz

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Immer weniger Frankfurter wollen das goldgelbe Stöffche trinken.

Die Zahlen des Hessischen Verbandes der Apfelwein- und Fruchtsaftkeltereien sind alarmierend. Wurden 1990 noch rund 60 Millionen Liter Apfelwein hergestellt, sind die Zahlen mittlerweile eingebrochen. Nur noch 36 Millionen Liter wurden in der vergangenen Saison gekeltert, meldet der Verband.

Weniger wirtschaftsnahe Experten gehen davon aus, dass die ehemalige wirkliche Keltermenge vor wenigen Jahren noch bei knapp 90 Millionen Litern lag. Demzufolge ist der Apfelweinkonsum in den letzten Jahren um weit mehr als die Hälfte zurückgegangen.

Die jungen Frankfurter wollen lieber Bier

„Immer weniger Leute trinken Apfelwein“, klagt Maria Nöll von der Kelterei Nöll in Griesheim. Sie weiß auch, warum der ehemalige Platzhirsch mittlerweile auf vielen Speisekarten ein Schattendasein fristet: „Die alten Frankfurter sterben einfach aus“, sagt Maria Nöll von der Kelterei Nöll: „Heute trinken die jungen Leute lieber diese süßen Mixgetränke.“

Ihr Sohn Alexander, Junior-Chef des Familienbetriebs, gibt sich indes hoffnungsvoll. „Ich glaube, dass wir es schaffen können den Äppler wieder zu altem Glanz zu verhelfen.“ Besonders feine Produkte, wie Apfelchampagner und sortenreine Apfelweine in Weinflaschen könnten die Frankfurter wieder an den Apfelwein heranführen, ist Nöll überzeugt: „Das große Problem ist, dass der Apfelwein jungen Menschen zu sauer ist.“

Im Wagner fließt der Äüüler noch wie eh und je

Trotz sinkender Absatzzahlen, gibt es in Frankfurt Oasen, in denen der Äppler wie eh und je aus den Bembeln fließt.Claudia Rudorf, Wirtin derApfelweinwirtschaft Wagner: „Der Apfelwein ist ein Kulturgut, dass die Frankfurter Tradition ausmacht und Generationen und Gesellschaftsschichten in den Frankfurter Apfelweinwirtschaften zusammenführt.“

Dennoch sind sich Fachleute einig, dass der Stöffche-Konsum bei den meisten Gaststätten rapide zurückgegangen ist. Wo früher Apfelwein wie selbstverständlich bestellt wurde, gibt‘s heute Cola-Bier und Alko-Pops. Der Äppler hat auf den Speisekarten nur noch Alibi-Funktion.

Wenn nicht bald etwas passiert, wird der Apfelwein über kurz oder lang aus dem Alltag verschwinden. Wer dann noch ein Glas trinken will, muss ihn selbst keltern.

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