Superbanner

Monströser Todesstreifen: „Frankfurter Mauer“fordert bislang über 30 Opfer

Monströser Todesstreifen: „Frankfurter Mauer“ fordert bislang über 30 Opfer

217.11.09|Lokalpolitik|Lokalpolitik|
Drucken|Empfehlen|Schrift   a  /  A||recommendbutton_count130

Schliessen

Druckvorschau

Artikel: Monströser Todesstreifen: „Frankfurter Mauer“ fordert bislang über 30 Opfer

Frankfurt – Die Berliner Mauer ist seit 20 Jahren passé. Doch in der hessischen Mainmetropole gibt es immer noch ein solches Monstrum aus Stahl und Beton. Sie trennt Eschersheim in zwei Teile entlang der U-Bahn-Strecke zwischen Dornbusch und Weißer Stein und sorgte seit 1968 für mehr als 30 Todesfälle . Von Frederick Bausch

Der Bahnstreifen auf der Eschersheimer Landstraße teilt das Viertel und gefährdet besonders die Fußgänger.

© fba

Der Bahnstreifen auf der Eschersheimer Landstraße teilt das Viertel und gefährdet besonders die Fußgänger.

Hier wird zwar nicht mit Gewehren auf Menschen gezielt und geschossen wie am Todesstreifen der ehemaligen DDR. Dennoch leben die Fußgänger hier gefährlich. Weil es für sie kaum sichere Möglichkeiten gibt, von der einen auf die andere Straßenseite zu wechseln. Mehrere Male innerhalb weniger Minuten ist zu beobachten, wie sowohl junge als auch ältere Menschen über das Geländer an der U-Bahnstation Dornbusch klettern, die die Station von der Straße trennt, oder bei Rot noch schnell über die Gleise huschen. „Ich habe Leute gesehen, die ihren Nachwuchs samt Kinderwagen über diese Brüstung gehievt haben, um schnell zur Bahn zu gelangen“, berichtet Annette Rinn, FDP-Fraktionsvorsitzende der Stadt Frankfurt. Seit Bau der U-Bahnstrecke 1968 gab es mindestens 30 Tote auf diesem Stück zu beklagen, weil sie nicht schnell genug über die Gleise gelangt sind oder Abkürzungen genutzt haben, um nicht durch die wenigen, umständlich weiträumigen en Unterführungen gehen zu müssen. Dabei wurden die Menschen von herannahenden Zügen oder Autos erfasst. Deshalb sei eine Untertunnelung dieses Stücks zwischen Dornbusch und Weißer Stein mehr denn je dringend notwendig.

Annette Rinn (FDP).© nhAnnette Rinn (FDP).

Doch nicht nur die Politik mahnt und bittet regelmäßig ob der hohen Unfallrate an der „Frankfurter Mauer“, wie sie oft genannt wird. Auch Anwohner wie der 85-jährige Frankfurter Künstler und Autor Ferry Ahrlé, der seit 36 Jahren in der Gegend lebt und arbeitet, weiß: „Die Lebensqualität hat sichtlich gelitten. Die Trennung des Stadtteils, der U-Bahnlärm, die eingeschränkten Fußgängerwege. Viele Geschäfte haben zugemacht und das Viertel enorm an Attraktivität verloren“, sagt der malende Entertainer betrübt.

Überall dort, wo die U-Bahn oberirdisch verläuft, gibt es kaum Übergänge von einer Straßenseite auf die andere. Als die U-Bahn vor gut 40 Jahren gebaut wurde, hat man aus Gründen der Sparsamkeit nicht untertunnelt. Heute sagen alle: „Hätte man den Tunnel doch bis zum Weißen Stein gebaut“, da die Folgen des Sparwahns im Nachhinein sichtbar wurden: Die vielen Toten, die Trennung des Stadtteils. Die Forderung, die Stadtbahn unter die Erde zu legen, wurde immer wieder geäußert, doch stets abgelehnt, da sich ein solches Projekt im Hinblick auf das für Zuschüsse vom Bund erforderliche Kosten/Nutzen-Kriterium nicht rechnen würde. Eine Untertunnelung sei unrealistisch. Sie verursache immense Kosten und bringe keine steigenden Fahrgastzahlen mit sich.

zurück zur Übersicht: Lokalpolitik

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Kommentare

Facebook

Facebook 'Like' wird geladen... Inhalt wird geladen - Downloadanzeige

standardfalse280like
50.163036,8.661627

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

Kontakt zur Redaktion

Unsere Hitlisten

  • meist gelesen
  • meist kommentiert
  • gedottet
  • Themen

Iran: Homosexualität eine "Krankheit"

Teheran - Der Iran hat dem Westen vorgeworfen, ihm eine neue Sicht auf Homosexualität aufdrängen zu wollen. Ein iranische Menschenrechtskommisar leistet sich eine verbale Entgleisung.Mehr...

Unschuldige Hasen werden über den Zaun geschmissen

Offenbach – Katze, Hund, Hase, Maus - egal welches Tier - wird jedes Jahr wieder an Weihnachten gerne verschenkt. Und wenn einer ein Tier nicht mehr mag, wird es einfach im Tierheim abgegeben. Oder aber auch über den Tierheimzaun geschmissen. Von Silke GottautMehr...

Familie bekommt ungebetenen Krokodil-Besuch

Canberra - Ein Krokodil hat eine australische Familie am Samstag mit einem Besuch überrascht. Das 1,7 Meter große Jungtier drang am Morgen in das Wohnhaus im nördlichen Bees Creek ein. Mehr...

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Beate von Hönes Hunde-Kindergarten lief gut, bis das Amt die Vorschriften rauskramte.

Amt treibt Hundemama in Hartz IV

Dietzenbach – Paragrafen-Reiterei brutal: Mühsam hat sich Beate von Höne mit einer Hundetagespflege aus der Arbeitslosigkeit herausgekämpft. Doch Stadt und Kreis treiben sie jetzt wieder in die Stütze. Von Höhne klagt an: „Denen sind ihre Vorschriften wichtiger, als die Menschen.“ Von Christian ReinartzMehr...

Horst Trieflinger vor dem Frankfurter Land- und Amtsgericht.

Verein kämpft gegen Pfusch-Richter und Schluder-Anwälte

Region Rhein-Main – Ein Viertel aller Gerichtsurteile sind Fehlurteile! Davon ist der Frankfurter Justiz-Experte Horst Trieflinger überzeugt. Mit seinem Verein gegen Rechtsmissbrauch hat er fehlerhaft arbeitenden Richtern und schludrigen Anwälten den Kampf angesagt. Von Christian ReinartzMehr...

Die American Footballer von Frankfurt Universe stehen für die zweite Bundesliga bereit, nur eine Spielstätte fehlt.

„Das könnte das Ende von Frankfurt Universe bedeuten“

Region Rhein-Main – Weil die Footballer von Frankfurt Universe bislang ohne Spielstätte dastehen, ist deren Lizenz in Gefahr. Und das knapp drei Monate vor dem Saisonbeginn in der zweiten Bundesliga. Dadurch drohen ein Jahr Spielpause, eine saftige Geldstrafe und der Fall in die Vierte Liga. Von Dirk BeutelMehr...

Nach „Voice“-Aus: Nina freut sich auf Knutschis

Berlin/Offenbach – Freitagabend, 23.16 Uhr, live in Sat.1. Popmusikerin Nena muss eine schwere Entscheidung bei „The Voice of Germany“ treffen. Wer soll weiter zu ihrem Team gehören. Schweren Herzens entscheidet sie sich gegen die Offenbacherin Nina Kutschera. Von Norman KörtgeMehr...

Wulff-Debatte hat schon viel früher begonnen

Region Rhein-Main – Bundespräsident Christian Wulff schlingert sich weiter durchs Amt. Eine Situation, die für Bürger und Politiker enttäuschend ist. Dabei haben schon kurz vor der Amtseinführung Medien und Politiker gewarnt. Auch der EXTRA TIPP. Von Axel GrysczykMehr...

Hat seinen Gegner im Griff: Udo Krause (rechts) wendet den Haken an, seine bevorzugte Grifftechnik.

Keiner drückt wie Udo Krause

Langen – Udo Krause ist amtierender Weltmeister im Armdrücken. Bis zu zwei Stunden trainiert er jeden Tag. Das heißt aber noch lange nicht, dass er auch bei den Deutschen Meisterschaften im Februar automatisch den Titel holt. Von Dirk BeutelMehr...

Kontakt

Logo Rhein-Main EXTRA-TIPP

Sie haben eine Frage zu einem Artikel, haben ein Problem mit der Zustellung unserer Zeitung oder möchten eine Anzeige aufgeben? Klicken Sie sich direkt zu Ihrem Kontakt durch...

Artikel lizenziert durch © extratipp
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.extratipp.com

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

SkyScraper