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Häuserverfall in Villenviertel – Droht jetzt ein weiterer Abriss?

Jugendstil-Bauten sollen mit Erhaltungssatzung gerettet werden

Häuserverfall in Villenviertel – Droht jetzt ein weiterer Abriss?

208.11.09|Lokalpolitik|Lokalpolitik|
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Artikel: Häuserverfall in Villenviertel – Droht jetzt ein weiterer Abriss?

Trauriger Anblick: Das über 100 Jahre alte Haus an der Eschersheimer Landstraße verfällt zusehends. Kommunal-Politiker wollen nun verhindern, dass die Stadt es abreißen und einen weiteren Neubau (wie rechts daneben) errichten lässt.

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Trauriger Anblick: Das über 100 Jahre alte Haus an der Eschersheimer Landstraße verfällt zusehends. Kommunal-Politiker wollen nun verhindern, dass die Stadt es abreißen und einen weiteren Neubau (wie rechts daneben) errichten lässt.

Frankfurt – Der Putz bröckelt, die Rollläden hängen auf Halbmast, in den Etagen herrscht gähnende Leere: Einige Jugendstil-Häuser im sogenannten Holländer-Viertel sind augenscheinlich baufällig und müssten von Grund auf in Stand gesetzt werden. Besonders das Haus mit der Nummer 386 an der Ecke Eschersheimer Landstraße/Lucaestraße ist in einem erbärmlichen Zustand. Stadtteilpolitiker der FDP und SPD setzen sich daher für einen besonderen Schutz dieser Häuser ein und stellten den Antrag auf eine Erhaltungssatzung.

Sie sind vor über 100 Jahren entstanden: Um das Jahr 1902 wurden insgesamt 15 Jugendstil-Villen entlang der Eschersheimer Landstraße zwischen Lu-caestraße und Körberstraße als komplette Villenkolonie erbaut. Doch einige der Häuser fristen derzeit ein eher trostloses Dasein. Im Laufe der Zeit vernachlässigt und teilweise nur provisorisch renoviert, sind einige der Gebäude stark verwahrlost oder stehen sogar fast leer – wie das Haus Nummer 386 in der Eschersheimer Landstraße. Klaus Funk (FDP), Mitglied des Ortsbeirates neun (Dornbusch Eschersheim, Ginnheim), weiß: „Drei solcher Häuser auf der Eschersheimer Landstraße wurden bereits abgerissen und durch nichtssagende Neubauten ersetzt. Das war eine große Bausünde und darf nicht mehr passieren. Eine Erhaltungssatzung soll durch den gemeinsamen Antrag mit der SPD im Ortsbeirat die verbliebenen Häuser der ehemaligen Villenkolonie sichern.“

Diese Erhaltungssatzung dient dem Schutz städtebaulicher Eigenarten, ein Abriss wäre nur noch unter verschärften Auflagen und nach genauer Prüfung möglich.

Ein Denkmalschutz käme nämlich laut Heike Kaiser vom Denkmalamt der Stadt Frankfurt nicht in Frage: „Die Häuser wurden einer eingehenden Prüfung unterzogen. Sie sind sicherlich schützenswert, aber für einen Denkmalschutz nicht hochkarätig genug. Generell ist eine Erhaltungssatzung aber eine gute Sache und wird von Seiten des Denkmalamts ausdrücklich befürwortet“, erklärt sie. Über bauliche Planungen in der Gegend wisse sie jedoch nichts. Und Klaus Funk ergänzt: „Die Satzung erlaubt den Hausbesitzern mehr Gestaltungsspielraum als der Denkmalschutz. Es geht schließlich darum, die Häuser zu erhalten, denn das Erscheinungsbild in der Eschersheimer Landstraße hat in den vergangenen Jahren sowieso gelitten.“

Die zuständige Bauaufsichtsbehörde wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern, da es momentan auch keine konkreten Pläne gebe.

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