Taunus – Popo-Klatschen statt Schmuse-Sex – in den Schlafzimmern im Taunus wird immer häufiger geschlagen statt gestreichelt - Auf der Suche nach einer Steigerung der Lust. Doch Experten warnen vor Abstumpfung. Domina Madonna Ley aus Bad Homburg: „Bald wird SM zum ganz normalen Sex dazugehören!“ Von Christian Reinartz

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Schlagen, fesseln, kratzen: Solche Praktiken gehören längst zum Standard in den Taunus-Betten.
Wenn die Peitsche auf den nackten Hintern von Rentner Klaus knallt, ist er in Ekstase. „Es gibt nichts Besseres“, versichert der 63-Jährige: „Für mich ist das die nächste Stufe des Sex.“ Dabei ist Klaus nur durch Zufall auf seine geheime Leidenschaft aufmerksam geworden.„Als ich im Bordell war, hat mich eine Hure langsam herangeführt.“ Das habe ihn mehr erregt als alles andere. Seitdem lässt er sich einmal monatlich auspeitschen. So wie Klaus geht es vielen. Weil sie schon alles ausprobiert haben, fehlt ihnen der Kick im Bett. Auf der Suche danach fügen sich immer mehr Menschen deshalb Schmerzen zu. Schmerzen, die ihnen Lust bereiten. Sexualwissenschaftler gehen sogar davon aus, dass „weiche“ SM-Elemente bereits heute zum Standard in hiesigen Schlafzimmern gehören.
Den Grund dafür sieht Domina Madonna Ley, die in Bad Homburg ein Bordell betreibt, in der zunehmenden Verrohung der Gesellschaft. „Die Menschen haben doch alles schon erlebt, kennen alle Sex-Spielarten“, sagt Madonna Ley: „Die wollen unbedingt eine Steigerung. Und das ist dann SM.“
Die Frankfurter Sexualtherapeutin Karin Krause weiß, wieso plötzlich jeder SM-Sex ausprobieren will: „Sadomaso ist in den Medien und im Alltag viel präsenter. Und erst dadurch kommen viele Leute damit in Kontakt und probieren es aus.“
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