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Onanie im Omnibus: Niemand greift ein!

Onanie im Omnibus: Niemand greift ein!

113.03.09|Erotik|Erotik|
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Artikel: Onanie im Omnibus: Niemand greift ein!

Das Opfer ist schockiert. Sie fragt den Busfahrer, was nun passiert. Er entgegnet nur, dass er nichts machen könne, außer die Zentrale der Offenbacher-Verkehrsbetriebe (OVB) zu informieren.

Er könne nicht bei jedem, der Unfug mache, den Bus anhalten.

Fassungslos informiert die hilflose Frau um 10.15 Uhr dann selbst die Polizei. Die leitet die Personenbeschreibung an die Streifenwagen im Stadtgebiet weiter und lässt nach dem Täter fahnden. Da der Bus nicht video-überwacht war, konnte der Mann Mitte 40, mit dunkler, runder Sonnenbrille und kurzen braunen Haaren, spurlos verschwinden.OVB-Pressesprecherin Christine Wüst-Rocktäschel versucht den Vorfall zunächst so zu kommentieren: "Das ist nicht so gut, aber Idioten steigen immer mal wieder in den Bus, keine Frage." Erst später bezeichnet sie die Tat als "ungeheuerlich". Zwar gesteht sie ein: "Busfahrer sollten helfen." Aber im konkreten Fall verstehe sie, wie der Fahrer gehandelt hat: "Der Mitarbeiter hat sich so verhalten, wie wir das für richtig halten."

Dass er nicht in der Lage gewesen ist, gegenüber der Polizei eine Personenbeschreibung abzugeben, ist laut Wüst-Rocktäschel verständlich: "Der Fahrer muss sich auf den Verkehr konzentrieren." Dass der Busfahrer nach dem Hilferuf der jungen Frau an einer Ampel und später an der Haltestelle gehalten hat, spiele dabei keine Rolle. Auf Nachfrage der Polizei kann sich der Fahrer nicht einmal mehr erinnern, wo der Täter ausgestiegen ist.

Spezielle Schulungen, wie OVB-Mitarbeiter in solchen Situationen reagieren sollen, gibt es nicht. Genauso wenig Anweisungen oder Richtlinien. "Er hätte aus eigener Verantwortung andere Maßnahmen ergreifen können wie jeder andere auch", sagt Wüst-Rocktäschel: "Das liegt in seinem eigenen Ermessen." Trotzdem gibt es Aufkleber im Bus, die Gäste auffordern, zum Busfahrer zu gehen, wenn etwas vorfällt.

Die Polizei empfiehlt, direkt die 110 zu wählen, weil die Busfahrer nicht direkt die Polizei rufen, sondern nur ihre Zentrale anfunken können. Das heißt: Erst muss der Fahrer den Vorfall der Zentrale schildern, die wiederum muss alle Infos notieren und der Polizei melden. So gehen wertvolle Minuten verloren. Außerdem sollte jede Frau, die Opfer einer exhibitionistischen Handlung wird, andere Passanten oder Mitfahrer um Hilfe bitten. "Die dürfen den Täter festhalten bis ein Streifenwagen eintrifft", sagt Andrea Ackermann von der Polizei Offenbach.

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