Im Grufti-Laden „Codex“ gibt's auch Lack und Latex

Er näht die Fetisch-Klamotten

622.11.09|ErotikFacebook
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Region Rheinmain – Wer Michael „Lupus“ Wolf des Nachts in Frankfurt begegnet, bekommt unweigerlich Angst. Zu unheimlich sieht der schwergewichtige Riese in seiner brachialen Fetisch-Uniform aus. Dabei ist der sympathische Glatzenträger nur auf dem Weg in einen der Frankfurter Gothic-Clubs. Die extravagante Kleidung schneidert er selbst in seinem eigenen Grufti-Laden. Den betreibt er seit fünf Jahren zusammen mit Sandy Handel aus Egelsbach. Die Leidenschaft der beiden: Lack, Leder und Latex. Von Christian Reinartz

Michael „Lupus“ Wolf in seinen selbst genähten  Grufti-Klamotten.

© darkandwild.com

Michael „Lupus“ Wolf in seinen selbst genähten  Grufti-Klamotten.

Lupus näht auch Latex.© rzLupus näht auch Latex.Schwarz. Bis auf die Wände und einige wenige Ausnahmen ist alles im kleinen Ladengeschäft „Codex“ an der Frankfurter Konrad-Broßwitz-Straße schwarz. Neben Miedern, Korsagen und langen Ledermänteln hängen Netzstrümpfe, Reizwäsche und spitzenbesetzte Mini-Röcke. Dazwischen liegen Nietenhalsbänder, Handfesseln und andere Accessoires aus dem Fetisch-Bereich. „Die Grufti- und Fetisch-Szene haben eine große Schnittmenge“, erklärt Sandy Handel. „Und schwarz ist eben die Farbe beider Szenen“, sagt die 39-Jährige. Sie ist seit ihrer frühen Jugend dem Gothic-Style verfallen. Totenköpfe, düstere, eng anliegende Klamotten, sexy Korsagen sind ihr Markenzeichen. In Frankfurt gibt es hunderte Gruftis, die sich so anziehen. Und fast alle haben schon mal bei Sandy und Lupus eingekauft.

Sandy ist selbst Grufti.© rzSandy ist selbst Grufti.Lupus ist zwar auch ein klassischer Gothic, zur Zeit allerdings „eine Spur härter drauf“ als Sandy. „Ich steh gerade voll auf Steam-Punk“, erklärt der massige Fetisch-Fan. „Dieser Style vermischt altertümliche Kleidung mit Science-Fiction-Elementen“, versucht er eine Erklärung: „Wie bei Jules Verne. Nur mit mehr Schwarz.

Weil es in seiner Größe keine passenden Fetisch-Klamotten gibt, hat Lupus schon vor vielen Jahren angefangen, alles, was ihm an Stoffen in die Hände fiel, zu verarbeiten und daraus ein florierendes Geschäft gemacht. Denn bis heute ist er Deutschlands einziger Fetisch-Schneider. „Gelernt habe ich den Beruf allerdings nicht“, erklärt Lupus. Trotzdem vertrauen seine Kunden auf sein Geschick an Näh- und Bohrmaschine. Die kommen nämlich zum Einsatz, wenn der Koloss schwarzes Industrie-Gummi, hautfarbenes Latex und blinkendes Metall zu Fetisch-Kleidung umschneidert. „Ich schneidere alles, was die Kunden wollen“, verspricht Lupus: „Egal wie ausgefallen die Wünsche sind.

Fotos mit seinen bisherigen Arbeiten und jede Menge schwarze Gothic-Klamotten gibt‘s im Internet unter http://www.codex-frankfurt.de.

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