Region Rhein-Main – Für die einen ist sie Dienstleisterin, für die anderen eine Göttin, in der Gesellschaft gilt sie als Prostituierte. Bei Domina Alexa leben Männer die Fantasien aus, die im heimischen Schlafzimmer tabu sind. Frauen dagegen lassen sich privat bestrafen. Von Angelika Pöppel

Das Wohnhaus mitten in Offenbach verrät von außen nicht, was sich hinter den Mauern abspielt. In einer der Wohnungen führt der Gang durch schwere schwarze Samtvorhänge in eine dunkle Lusthöhle: Schwarzlackierte Wände, ein Metallkäfig, schwere Geräte und Gummimasken – so sieht der Arbeitsplatz von Domina Alexa aus. Sie bestraft und demütigt professionell Männer mit sadomasochistischer Neigung. Und sie hat auch selbst Spaß daran. „Schon mit 16 Jahren entdeckte ich meine Vorliebe“, sagt Alexa.
Und damit ist sie nicht allein. Immer mehr Frauen stehen offen zu ihrer dominanten Lust, weiß Sex-Experte Arne Hoffmann. In seinen Büchern „Offene Worte: Dominas“ und „SM-Lexikon“ hat er sich intensiv mit der SM-Szene beschäftigt. Frauen zahlen aber nicht für ihre Befriedigung. Zwar bieten auch Männer, so genannte Doms, ihre Dienste für Frauen an, doch die Nachfrage sei sehr gering, sagt der Fachautor. SexualtherapeutinKarin Krause aus Frankfurt sagt: „Frauen finden leichter einen Partner, der ihre Bedürfnisse erfüllt und wollen nicht dafür bezahlen.“ Deshalb gehen nur wenige Frauen ins Bordell. Das bestätigen auch die Recherchen von Sex-Experte Hoffmann. Er vermutet, dass Frauen eine größere Hürde überwinden müssen, um sich einem Fremden auszuliefern, auch wenn es professionell passiert. Von einer Domina lassen sich daher häufiger Frauen zusammen mit ihrem Partner versklaven.
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