Frankfurt – Syphilis, Tripper, Chlamydien – Geschlechtskrankheiten galten spätestens seit den 90er-Jahren als nahezu ausgestorben. Jetzt erobern die fiesen Viren und Bakterien das Rhein-Main-Gebiet in rasendem Tempo zurück. Von Christian Reinartz

© nh
Syphilis, Tripper und Co. nisten sich wieder unter den Gürtellinien der Region ein.
Laut dem Frankfurter Professor Helmut Schöfer haben sich die Zahlen in Frankfurt und Umgebung in den vergangenen zehn Jahren sogar verdreifacht. Es brennt und juckt also wieder unter Frankfurts Gürtellinien. Die als fast ausgestorben geltenden Geschlechtskrankheiten, allen voran die Syphilis, verbreiten sich in der Bevölkerung in rasendem Tempo. Das hat Professor Helmut Schöfer, Experte für Geschlechtskrankheiten an der Universitätsklinik Frankfurt, festgestellt. „Seit 2000 hat sich allein die Zahl der Syphilis-Kranken pro Jahr in Frankfurt verdreifacht“, sagt der Mediziner. „Bei den übrigen Geschlechtskrankheiten sieht es sicherlich nicht anders aus, auch, wenn es keine konkreten Zahlen gibt.“ Bis zu 48 Syphilis-Fälle werden allein in der Uniklinik pro Jahr behandelt.
Auffällig: Die Krankheit verbreitet sich offenbar vornehmlich unter homosexuellen Männern. Höfer macht dafür den immer laxeren Umgang mit Kondomen verantwortlich. „Aids hat seinen Schrecken zum Teil verloren“, konstatiert der Professor: „Viele Männer wissen, dass man mit der richtigen Behandlung lange leben kann und haben deshalb wieder häufiger ungeschützten Sex.“
Sich auf seine Menschenkenntnis zu verlassen, reiche zum Schutz nicht aus, so Schöfer: „Krankheiten wie Chlamydien verlaufen bei einigen Menschen ohne Symptome.“ Andere wiederum verursachen Geschwüre, Wunden, Warzen oder Ausfluss aus der Harnröhre.
Es ist also Vorsicht geboten. Laut Schöfer können sich die Frankfurter nur auf eine Weise die weitere Ausbreitung von Syphilis, Tripper und Chlamydien verhindern: „Mit Kondomen und genügend Sorgfalt bei der Partnerwahl. Das ist das einzige, was hilft.“
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