027.12.08|Erotik|Erotik|
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Von Axel GrysczykRegion Rheinmain - Die Wirtschaftskrise hat das älteste Gewerbe der Welt erreicht. Gelegenheitshuren verlieren Stammkunden, Bordelle entlassen Mädchen und selbst die bis jetzt boomenden Sexseiten im Internet bekommen Probleme.Patrizia P. arbeitet von Zuhause aus.
Als Gelegenheitshure verdient sich die Offenbacherin etwas dazu. Geld, das die 42-Jährige für sich und ihre 13 Jahre alte Tochter dringend braucht. "Ein Stammkunde ist Ende November arbeitslos geworden. Der andere hat mir bereits angekündigt, dass er demnächst auf Grund fehlender Schichtzulagen wegen Kurzarbeit ein wenig kürzer treten muss. Das Geld wird mir fehlen."
Ein Hausverwalter eines Bordells im Rhein-Main-Gebiet, der seinen Namen nicht nennen will, bestätigt die Flaute: "Es ist zwar ein bisschen weniger geworden, aber noch erträglich. Wenn aber mehr Kunden wegbleiben, müssen wir uns etwas überlegen." Größtes Problem: Die Kundenzahl bleibt noch in etwa gleich, aber die Männer geben bei ihren Bordellbesuchen weniger aus. Über Rabatte wird nicht nachgedacht. "Das ist stets Sache der Mädels gewesen. Aber klar: Sie müssen irgendwie auf ihre Summe kommen. Und das wird ein Problem." Würden weniger Prostituierte im Club sein, verliert das Bordell an Attraktivität - ein Teufelskreis.
Selbst die renommierte Zeitung "International Herald Tribune" hat in einer länderübergreifenden Umfrage herausgefunden, dass in der Rezession tote Hose ist. Das weltweit bekannte Bordell "Moonlite Bunny Ranch" in Las Vegas geht von einem Rückgang von 20 bis 45 Prozent aus. Und die "Mustang Ranch" hat kurzerhand 30 Prozent der Mädchen entlassen.
Ähnliches gilt für die Pornoindustrie: "Big Sister", größtes Internet-Bordell der Welt, kommt fast zum Erliegen. Hier können Freier kostenlos Sex haben. Die Männer, die ihre Liebesmädchen am Bildschirm aussuchen können, müssen sich aber schriftlich einverstanden erklären, dabei gefilmt zu werden. Diese "Filmchen" stellt "Big Sister" dann ins Internet. Für 30 Euro im Monat erhalten Kunden dann Zugang zu den Filmchen. Doch die Betreiber klagen: "Es gibt zu viele kostenlose Sex-Seiten. Niemand will mehr Geld ausgeben."
Ein Problem, dass bis nach Offenbach geschwappt ist. Bereits Ende September hatte der EXTRA TIPP unter der Überschrift "Filme im Netz machen Porno-Geschäft kaputt" über das Problem berichtet. Damals klagte Hans-Jörg Obenauer, Inhaber von Josefines Eroticstore in Offenbach: "Früher mussten die Leute noch zu uns kommen, um sich einen Film zu kaufen, heute wird halt das Internet angemacht." Die Preise für Porno-DVDs seien seitdem ins Bodenlose gefallen. Und in Zeiten der Wirtschaftskrise ist allen klar: Es wird noch schlimmer.

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