Region Rhein-Main – Die meisten Billig-Dildos und Vibratoren machen erst Lust und dann krank. Denn viele enthalten gefährliche Weichmacher, die in Kinderspielzeug schon seit Jahrzehnten verboten sind. Davor hat der EXTRA TIPP bereits im April 2010 gewarnt. Jetzt reagiert auch die Bundespolitik. Die Grünen wollen die giftigen Stoffe verbieten. Von Christian Reinartz

© rz
Frauen-Erotik-Shop-Inhaberin Sandra Maravolo kann nicht verstehen, warum Weichmacher in Spielzeugen verboten sind, in Dildos aber verarbeitet werden dürfen. Sie selbst bietet ausschließlich ungiftiges Sexspielzeug aus medizinischem Silikon an.
Es ist bekannt, dass Weichmacher in Kunststoffen von Dildos, so genannte Phthalate, Krebs auslösen können. Nachdem der EXTRA TIPP schon vor Monaten darüber berichtet hatte, haben sich jetzt die Bundes-Grünen der Sache angenommen und kämpfen für ungiftige Dildos.
Doch Handlungsbedarf sieht die Bundesregierung offenbar keinen, folgt man der Antwort zur Grünen-Anfrage. Untersuchungen seien nicht verfügbar, eine Nachweisgrenze könne nicht pauschal angegeben werden. Zudem habe das Bundesinstitut für Risikobewertung noch kein Gutachten zur chemischen Sicherheit vorgelegt.
Dasselbe gelte für schädliche Gleitgele und -Cremes. Sie selbst verkauft nur ungiftiges Sexspielzeug aus medizinischem Silikon. Sie war es auch, die sich schon vor einem Jahr im EXTRA TIPP über die Machenschaften der Erotik-Industrie aufgeregt hat. Maravolo: „Warum werden Frauen weiter dieser Belastung ausgesetzt?“
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