„Orfeos Erben“ macht Frankfurt zur Hurenfilm-Hauptstadt

Filmfestival: Den Huren Beachtung schenken

421.02.10|ErotikFacebook
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Frankfurt – Frankfurt avanciert zur Hauptstadt der Hurenfilme. Während in Cannes und Venedig den besten Filmkunstwerken gehuldigt wird, geht es im Frankfurter Programmkino „Orfeos Erben“ deftiger zu. Aber nicht weniger künstlerisch. Von Donnerstag bis Sonntag steigt dort das Frankfurter Hurenfilm-Festival „Let‘s Whore“. Von Christian Reinartz

Kinosaal des Orfeos Erben.

© nh

Kinosaal des Orfeos Erben.

Mit dabei ist die selten gezeigte Huren-Doku „Five Sex Rooms und eine Küche“. Die pikante Dokumentation begleitet den Alltag der Offenbacher Domina Lady Tara (Foto), die mit ihren Mädels zwischen Peitschen-Sex und Wachs-Spielen in der Küche klönt und über die Probleme des Alltags einer Hure berichtet.

Sie selbst gehört mit Kollegin Cindy und Regisseurin Eva Heldmann zu den Ehrengästen des Festivals. Die ehemalige Frankfurter Filmemacherin hat zusammen mit Orfeos-Erben-Chefin Antje Witte das Programm des Hurenfilm-Festivals ausgetüftelt: Gezeigt werden unter anderem „Modern Love is automatic, „Ramses“ von Romuald Karmakar, „Belle De Jour“ von Luis Bunuel, Fernando Leon de Aranoas „Princesas“ und die Performance „Let's Talk About Sex“ mit den Travestiekünstlern Bridge Markland und Nikola Lutz.

Ruf der Huren verbessern

Lady Tara (rechts) aus Offenbach.© nhLady Tara (rechts) aus Offenbach.„Wir wollen mit diesem Festival den Ruf der Huren verbessern“, erklärt Antje Witte: „Diese Frauen nehmen am gesellschaftlichen Leben Teil, zahlen Steuern und werden trotzdem immer ausgeklammert. Wir wollen ihnen die verdiente Beachtung schenken.“ Eva Heldmann, die mit Klischees aufräumen will: „Viele Besucher werden erstaunt sein, dass es Frauen gibt, die Huren werden, weil sie Spaß am Sex haben.“ Wobei das Problem der Zwangsprostitution nicht zu verharmlosen sei.

Beim Frankfurter Hurenverein „Doña Carmen“ herrscht Begeisterung ob des Projekts. „Ich finde es toll, wenn sich Kunst dieser Sache annimmt“, lobt Juanita Henning: „Vielleicht kapieren die Leute dann, dass es bei der Prostitution selbst um Lustbefriedigung geht und nicht um Gewalt und Kriminalität.“ Sie weiß: „Die Huren machen das, weil sie Spaß an ihrem Beruf haben. Sobald Gewalt im Spiel ist, hat das mit Prostitution nichts mehr zu tun.“

Mehr Infos zum Programm des Festivals gibt‘s unter www.orfeos.de.

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