Superbanner

Brutale Jugendliche greifen jetzt mit dem Teppichmesser an

Die Offenbacher Polizei kann erst einschreiten, wenn jemand bedroht oder verletzt wird

Tödliches Werkzeug: Brutale Jugendliche greifen jetzt mit dem Teppichmesser an

411.10.09|Aufreger|Aufreger|14
Drucken|Empfehlen|Schrift   a  /  A||recommendbutton_count130

Schliessen

Druckvorschau

Artikel: Tödliches Werkzeug: Brutale Jugendliche greifen jetzt mit dem Teppichmesser an

Region Rheinmain – Moderne Waffen kosten 1,79 Euro und liegen auf dem Wühltisch im Baumarkt. So wenig kostet ein Teppichmesser. Immer mehr jugendliche Gewalttäter aus der Region meiden Messer und Schlagringe, um keine Probleme mit der Polizei zu bekommen. Stattdessen decken sie sich im Baumarkt ein: Schraubenzieher, Äxte, Teppichmesser. Aus herkömmlichen Werkzeugen werden tödliche Waffen. Von Christian Reinartz

Vor allem Jugendliche bewaffnen sich mit gefährlichen Werkzeugen aus dem Baumarkt.

© rz

Vor allem Jugendliche bewaffnen sich mit gefährlichen Werkzeugen aus dem Baumarkt.

Diese Axt gilt als Spaltwerkzeug.“ Der Schriftzug prangte bis vor kurzem am Frankfurter Waffenladen Engels in der Kaiserstraße. Er sollte klarmachen, wie absurd das neue Waffengesetz ist.

Das gilt zwar ab Anfang Oktober, sicherer wird die Region dadurch aber nicht, so ein Mitarbeiter des Ladens, der die Szene auch in Stadt und Kreis Offenbach genau kennt. „Kriminelle benutzen schon längst keine richtigen Waffen mehr. Stattdessen rüsten sie sich für wenig Geld im Baumarkt aus.“ Benutzt wird alles, was verletzen kann. Sogar dicke Kabelstücke und Gartenschläuche werden als Totschläger-Ersatz gekauft.

Alexander Löhr, Pressesprecher im Frankfurter Polizeipräsidium, weiß davon. „Die Kriminellen haben auf die Verschärfung des Waffengesetzes reagiert und sind ausgewichen“, erklärt er. „Das war zu erwarten.“ Einen Trend will Löhr nicht erkennen, gibt aber zu: „Wir geraten mit so etwas öfter in Konflikt.“ In Offenbach warnt die Polizei mittlerweile ihre eigenen Beamten vor tückischen Teppichmessern, so Sprecher Henry Faltin: „Diese Messer können üble Wunden verursachen.“

Dennoch sind die Polizisten machtlos. Finden sie bei einer Personenkontrolle ein Teppichmesser, darf der Besitzer unverrichteter Ding weiter ziehen. Axt, Schraubenzieher und Teppichmesser dürfen offiziell mitgeführt werden, selbst von Minderjährigen. Das Perfide daran: Erst wenn damit jemand verletzt wird, gelten die Gegenstände als Waffen. So sieht es der Gesetzgeber vor. Vor allem Jugendliche statten sich deshalb mit Werkzeug-Waffen aus.

Machen mit Jugendlichen Anti-Aggressivitäts-Kurse: Frank Römhild und Carola Kubertz vom Verein „Kinder- und Jugendhilfe“.© rzMachen mit Jugendlichen Anti-Aggressivitäts-Kurse: Frank Römhild und Carola Kubertz vom Verein „Kinder- und Jugendhilfe“.

Verletzen sie einen Menschen, landen sie etwa beim Frankfurter Verein „Kinder- und Jugendhilfe“, wo sie Arbeitsstunden ableisten und Anti-Aggressivitäts-Kurse belegen müssen. „Es ist zu beobachten, dass Jugendliche immer gewalttätiger werden“, sagt Frank Römhild, Sozialarbeiter des Vereins. „Das liegt aber in deren Lebensgeschichte begründet.“ Fast immer sei ein geringes Selbstbewusstsein und eine schlechte schulische Bildung an solch einer Entwicklung schuld. „Es gibt keine bösen Jugendlichen. Es gibt nur böse Taten“, so Römhild. Geschäftsführerin Carola Kubetz ergänzt: „Solche Jugendliche wollen sich durch besonders brutale Gewalt über andere erheben. Aber nur, weil sie es auf anderem Wege nicht packen.“

zurück zur Übersicht: Aufreger

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Kommentare

Facebook

Facebook 'Like' wird geladen... Inhalt wird geladen - Downloadanzeige

standardfalse280like
50.1115118,8.6805059

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

Kontakt zur Redaktion

Unsere Hitlisten

  • meist gelesen
  • meist kommentiert
  • gedottet
  • Themen

Mann mit 2,96 Promille will Führerschein abholen

Plauen - Mit knapp drei Promille Alkohol hat ein 47 Jahre alter Autofahrer am Dienstag einen denkwürdigen Auftritt bei der Polizei im sächsischen Plauen hingelegt. Er wollte seinen Führerschein einfordern.Mehr...

Die "Katze" verrät ihr TV-Geheimnis

Berlin - Daniela Katzenberger hat es geschafft - und ist regelmäßig im TV zu sehen. Dass die Blondine diesen Weg gewählt hat, hat einen ganz bestimmten Grund.Mehr...

Rügen: Suche nach verschüttetem Mädchen wird fortgesetzt

Kap Arkona - Die Suche nach dem bei einem gewaltigen Küstenabbruch auf Rügen verschütteten Mädchen soll nun doch am Donnerstag fortgesetzt werden.Mehr...

Kampf gegen Handy-Strahlen

Region Rhein-Main – Ingrid Petzold kann Handy-Wellen und W-Lan-Funk spüren. Sie leidet unter der Dauerstrahlung im Rhein-Main-Gebiet. Sie verursacht bei ihr Kopfschmerzen und Herzrasen. Im Taunus will sie nun eine Zone errichten, in der alles, was funkt, verboten ist. Von Christian ReinartzMehr...

Horst Trieflinger vor dem Frankfurter Land- und Amtsgericht.

Verein kämpft gegen Pfusch-Richter und Schluder-Anwälte

Region Rhein-Main – Ein Viertel aller Gerichtsurteile sind Fehlurteile! Davon ist der Frankfurter Justiz-Experte Horst Trieflinger überzeugt. Mit seinem Verein gegen Rechtsmissbrauch hat er fehlerhaft arbeitenden Richtern und schludrigen Anwälten den Kampf angesagt. Von Christian ReinartzMehr...

Ponys mit Käsekuchen zu Tode gequält

Münster – Es sind Höllenschmerzen, die die Ponys von Frank und Karin Diefenbach immer wieder erleiden müssen: Der Bauch aufgebläht, der Darm verknotet. Weil Spaziergänger widerrechtlich Essen auf die Koppel werfen. Jetzt fordern die Diefenbachs: „Hört auf, unsere Ponys zu Tode zu quälen.“ Von Christian ReinartzMehr...

Diese Mädels wollen an deiner Wand hängen

Region Rhein-Main –  Jetzt sind alle Bilder für den Actionboot-Powerpiratinnen-Kalender im Kasten. Aus den besten Aufnahmen ist ein Kalender für das Jahr 2012 entstanden, den der EXTRA TIPP exklusiv verlost. Von Axel GrysczykMehr...

Nach „Voice“-Aus: Nina freut sich auf Knutschis

Berlin/Offenbach – Freitagabend, 23.16 Uhr, live in Sat.1. Popmusikerin Nena muss eine schwere Entscheidung bei „The Voice of Germany“ treffen. Wer soll weiter zu ihrem Team gehören. Schweren Herzens entscheidet sie sich gegen die Offenbacherin Nina Kutschera. Von Norman KörtgeMehr...

Hat seinen Gegner im Griff: Udo Krause (rechts) wendet den Haken an, seine bevorzugte Grifftechnik.

Keiner drückt wie Udo Krause

Langen – Udo Krause ist amtierender Weltmeister im Armdrücken. Bis zu zwei Stunden trainiert er jeden Tag. Das heißt aber noch lange nicht, dass er auch bei den Deutschen Meisterschaften im Februar automatisch den Titel holt. Von Dirk BeutelMehr...

Kontakt

Logo Rhein-Main EXTRA-TIPP

Sie haben eine Frage zu einem Artikel, haben ein Problem mit der Zustellung unserer Zeitung oder möchten eine Anzeige aufgeben? Klicken Sie sich direkt zu Ihrem Kontakt durch...

Artikel lizenziert durch © extratipp
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.extratipp.com

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

SkyScraper