Lämmer des Obertshäuser Schäfers Gottfried Walter im Schlachthof getötet - Unklarheiten beim Kreis

Amt gibt zu: Es gab Hinweise, dass die Lamm-Mütter fehlten

328.02.10|Aufreger|8 KommentareFacebook
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift a / A

Obertshausen – Die Lämmer des Obertshäusers Schäfer Gottfried Walter wurden im Schlachthof getötet. Vorher wurden sie von ihren Müttern getrennt.  Von Christian Reinartz

Das Drama um die Schafherde des Obertshäuser Schäfer Gottfried Walter geht in die dritte Runde. Jetzt haben die Kreis-Juristen dem EXTRA TIPP Einsicht in die Schäfer-Akten gewährt. Was bleibt, sind weitere Ungereimtheiten und die Frage, warum der Kreis offenbar bereit war, gerade geborene Lämmer in den sicheren Tod zu schicken. 

Der Kreis behauptet, dass die Herde von Schäfer Gottfried Walter über Jahre hinweg in einem desaströsen Zustand war. Gutachten von staatlichen Veterinären, etwa aus Würzburg, belegen das laut Kreissprecher Ralf Geratz-Krambs. Schäfer Walter dagegen hat ein privates Gutachten eines renomierten Sachverständigen vorliegen, dass ihm einen guten Herdenzustand bescheinigt.

Ausgehungert kamen seine Lämmer vom Todes-Transport zurück. Vor lauter Hunger nuckelten sie an Hand und Kinn von Walter. Viele waren auf der Tour verendet.© rzAusgehungert kamen seine Lämmer vom Todes-Transport zurück. Vor lauter Hunger nuckelten sie an Hand und Kinn von Walter. Viele waren auf der Tour verendet.Der Kreis gibt zu, dass mehrere Miitarbeiter beim Abtransport der Schafherde im Januar 2009 darauf hingewiesen wurden, dass die Lammmütter fehlten. Zwar suchten die Kreismitarbeiter zunächst, gaben dann aber auf und schickten die hilflosen Lämmer ohne die lebenswichtige Muttermilch nach Thüringen. Kreis-Jurist Karl Schwarz: „Die Kollegen sind von einer Schutzbehauptung ausgegangen.“ Eine disziplinarische Maßnahme gegen die verantwortliche Veterinärin gab es nicht.

Der Kreis begründete die erneute Wegnahme im Dezember 2009 mit nicht geführten Bestandsregistern und fehlende Bestätigungen über tierärztliche Behandlungen. Doch Schäfer Walter legte dem EXTRA TIPP die sauber geführten Unterlagen samt Tierarztstempel vor.

Laut Ralf Geratz-Krambs sei Schäfer Walter die Herde aus Tierschutzgründen weggenommen worden. Dass die Tiere gleich an einen Schlachter verkauft wurden, sei normal, so Schwarz. Ein Video, dass Schäfer Gottfried Walter jetzt dem EXTRA TIPP zur Verfügung gestellt hat, zeigt zwei seiner Lämmer nur wenige Tage nach dem Abtransport beim Ausbluten auf dem Schlachtbock.

Der Kreis schätzt die Herde von Gottfried Walter aufgrund des schlechten Zustands auf einen Wert von 7200 Euro, so Gottfried Walter. Für ihn ein Witz. „Allein die Lämmer waren 9000 wert. Wenn ich verkauft hätte, hätte ich 45.000 Euro bekommen.

Wie geht es weiter?

Der Rest der Schafherde torkelte verstört aus dem Anhänger.© rzDer Rest der Schafherde torkelte verstört aus dem Anhänger.Trotz aller Ungereimtheiten beteuert der Kreis, Schäfer Walter nicht ruinieren zu wollen. „Auch, wenn uns bewusst ist, dass wir damit seine Lebensgrundlage zerstören und er in seinem Alter wohl nirgends unterkommen wird“, sagt Karl Schwarz. Er könne sich aber vorstellen, dass Gottfried Walter wieder als Schäfer arbeiten kann. „Dann aber als zweiter Mann, der nicht die Verantwortung trägt.

Für Walter wäre das der letzte Ausweg: „Ohne meine geliebten Schafe kann ich doch nicht leben. Ich muss doch nur noch sieben Jahre bis zur Rente arbeiten.

Zunächst will Walter alle juristischen Mittel ausschöpfen: „Diesem Unrecht muss Einhalt geboten werden.

zurück zur Übersicht: Aufreger

Schliessen

Artikel empfehlen!

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

50.074083,8.855221

Kontakt zur Redaktion

Unsere Hitlisten

  • meist gelesen
  • meist kommentiert
  • gedottet
Eine Pizza hat einen Serienkiller zur Strecke gebracht
Pizza überführt Serien-Killer nach 25 Jahren

New York/Los Angeles - Ein Stück weggeworfene Pizza hat nach 25 Jahren in den USA einen Serienmörder überführt. Er soll in Kalifornien mindestens zehn Frauen umgebracht haben.Mehr...

Engländer findet römischen Schatz

London - Ein Schatzsucher staunte mit Sicherheit nicht schlecht, als er einen römischen Schatz aus dem 3. Jahrhundert fand. Auf einem Feld in Südengland entdeckte er ein Gefäß mit Münzen.Mehr...

BP: Ölquelle bald versiegeln

Gulf Shores/USA - BP-Manager Bob Dudley hat Hoffnungen auf ein Versiegeln der seit April im Golf von Mexiko sprudelnden Ölquelle noch in diesem Monat geweckt.Mehr...

Die hübsche Frankfurterin ist eine Augenweide unter den TV-Knast-Bewohnern.
Jung gegen alt: Fliegt Katrin bei Big-Brother raus?

Frankfurt/Köln – Sie will kämpfen bis zum Schluss: Nach dem Auszug der Neu-Isenburgerin Sabrina (der EXTRA TIPP berichtete), ist Katrin aus Frankfurt die Einzige aus der Region, die beim Big-Brother-Finale am 9. August noch 250.000 Euro gewinnen könnte. Doch zunächst muss sie am Montag die Nominierung überstehen. Von Jennifer DreherMehr...

Wenn auf Beerdigungen gelacht wird, freut‘s den Freund der Bäume.
Wenn auf Beerdigungen gelacht wird, freut‘s den Freund der Bäume

Dreieich – Trotz Kirchenaustritt eine würdige und auch religiöse Beerdigung – das ist einer der Gründe, warum Angehörige von Verstorbenen Jörg Roggenbuck anrufen. Der Dreieicher arbeitet seit mehr als zehn Jahren als freier Feier- und Trauerredner. Von Norman KörtgeMehr...

Der Behindertenparkplatz des Anstoßes
Ein Behinderten-Parkplatz, der keiner sein darf

Frankfurt – Monatelang schlug sich Berta Raab mit den Behörden herum. Grund: Ein unrechtmäßiger Behindertenparkplatz vor ihrer Wohnung. Nach Einschalten des EXTRA TIPPs löste sich das Problem nur innerhalb eines Tages. Von Max RempelMehr...

Gerhard Wegner hält Haifischflossen in der Hand. Sie gelten vor allem im asiatischen Raum als Delikatessen.
Haie in Gefahr: Ein Offenbacher kämpft gegen ihr Menschenfresser-Image an

Offenbach – Hätten Haie ein so freundliches Gesicht wie Delfine, hätte Gerhard Wegner vor acht Jahren ein anderes Projekt gründen müssen. Aber Haie haben große Zähne und das Image eines Menschenfressers. Viele der über 500 Hai-Arten sind vom Aussterben bedroht, haben aber keine Lobby. Das will der Offenbacher Werbefachmann ändern. Von Norman KörtgeMehr...

Lackierte Fingernägel am Abzug einer Airsoft-Waffe
Airsoft-Sport: Kein wildes Rumgeballer, sondern ein Taktikspiel

Region Rhein-Main – Weil Kinder und Jugendliche mit täuschend echt aussehenden Spielzeugwaffen in aller Öffentlichkeit hantierten, kam es in den vergangenen Wochen in Groß-Zimmern und Groß-Umstadt jeweils zu größeren Polizeieinsätzen. Jetzt melden sich Leser, die den Airsoft-Sport durch solche „schwarzen Schafe“ in den Dreck gezogen sehen. Von Norman KörtgeMehr...

Malika Zerdeb (weißes Hemd), Chantalle Müller und ihr Stiefvater Thomas Kasch zeigen auf die Stelle, wo der Blitz einschlug.
Vom Blitz betroffen

Frankfurt – Fast täglich wechselt sich die große Hitze mit Sturm, Donner und Blitz ab. Doch an das Gewitter vom Mittwochabend haben die Bewohner eines Sindlinger Neubaugebiets eine gefährliche Erinnerung. Von Andreas EinbockMehr...

Aktuelle Videos

Kontakt

Logo Rhein-Main EXTRA-TIPP

Sie haben eine Frage zu einem Artikel, haben ein Problem mit der Zustellung unserer Zeitung oder möchten eine Anzeige aufgeben? Klicken Sie sich direkt zu Ihrem Kontakt durch...

NewsAnzeigenZeitungService

Artikel lizenziert durch © extratipp
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.extratipp.com