Neu-Isenburg – Chaotische Zustände bei öffentlichen Busbetrieben sind für Karin Rühmkorf kein Fremdwort. Weil aus unbekannten Gründen ein Bus ausfiel und kein Ersatz gestellt wurde, kam die Rentnerin zu spät zur Arbeit und verlor dadurch einen ganzen Stundenlohn. Von Dirk Beutel

© db
Anstatt auf ihre Beschwerde einzugehen, bekam Karin Rühmkorf vom RMV nur ein allgemeines Schreiben und einen Briefmarkenblock als „Trostpflaster“.
Karin Rühmkorf ist alleinstehend, zu 60 Prozent schwerbehindert und angewiesen. Angewiesen auf den Bus der Linie 661, der sie von Neu-Isenburg zu ihrer Arbeit nach Offenbach bringt. Wenn es nach der 65-Jährigen gegangen wäre, dann wäre das auch am 7. März vergangenen Jahres so geschehen. Doch zu diesem Zeitpunkt wartete Rühmkorf vergebens auf den Bus, den sie um 14.07 Uhr an der Bushaltestelle Isenburgzentrum Süd erwartete, denn er kam nicht. Stattdessen musste die Neu-Isenburgerin eine Stunde auf den nächsten warten, kam dadurch zu spät zur Arbeit und verlor eine Stunde ihres Lohnes.
In dem Antwortbrief, der dem EXTRA TIPP vorliegt, erklärt der RMV tatsächlich nicht mit einem Wort, warum damals der Bus um 14.07 Uhr besagte Haltestelle nicht anfuhr, wodurch Rühmkorf Unannehmlichkeiten im Job bekam. Auch zu den anderen Vorwürfen nimmt der Verkehrsverbund keine Stellung.
RMV-Sprecherin Petra Eckweiler mit Erklärungsversuchen: „Alle Fahrer werden unter anderem in Deeskalation, Pünktlichkeit und im Umgang mit Kunden geschult. Außerdem werden alle Busse im Landkreis Offenbach per GPS überwacht.“ Aber: „Auch wenn wir uns bemühen, hundertprozentige Pünktlichkeit gibt es nicht. Dass ein Bus überhaupt nicht kommt ist natürlich der schlimmste Fall. Deshalb nehmen wir jeden Hinweis und jede Beschwerde ernst“, sagt Eckweiler und verweist auf die RMV-Servicerufnummer (01807) 7684636.
Übrigens: Karin Rühmkorf hat damals ihren Verdienstausfall zwar nicht bekommen, dafür aber „auf Kulanzbasis“ ein „Trostpflaster“ in Höhe von elf Euro in Form von Briefmarken.
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