015.08.10|Aufreger|Aufreger|
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Reinheim – Die Reinheimer Bürgergemeinschaft und dessen VorsitzenderJörg Rupp bangen um ihren Behinderten-Fahrdienst. Grund sind die Pläne derBundesregierung, denZivildienst zum 1. Juli 2011 auszusetzen. Von Norman Körtge

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Zivi Jonas Richter schiebt den im Rollstuhl sitzenden Günther Arnold zum Auto der Reinheimer Bürgergemeinschaft.
Jonas Richter ist gerne Zivi. Der 23-Jährige aus dem Reinheimer Stadtteil Spachbrücken leistet noch bis Ende des Jahres seinen Ersatzdienst bei der Reinheimer Bürgergemeinschaft für Behinderte ab. Sein Dienst ist abwechslungsreich, denn er fährt mit dem rollstuhlgerechten Fahrzeug des Vereins Menschen, die nicht oder nicht mehr gut laufen können. Oft begleitet er seine Fahrgäste zum Arzt, manchmal auch zu Behörden, zu einem Termin bei der Krankenkasse oder zum therapeutischen Reiten.
Fast alleFahrten von Jonas Richter finden montags bis Freitags statt, denn dann haben Ärzte, Ämter und Krankenkassen geöffnet. „Das bedeutet, dass der Fahrdienst ohne einen Zivi nicht betrieben werden könnte“, berichtet Jörg Rupp.
Doch vielleicht ist der Tag auch nicht mehr fern, an dem die Bürgergemeinschaft nach 25 Jahren ihren Fahrdienst einstellen muss. Denn die Bundesregierung plant, den Wehrdienst und damit auch den Zivildienst zum 1. Juli 2011 auszusetzen.
Für die Bürgergemeinschaft wäre das eine mittlere Katastrophe. „Wir stehen vor einer kaum zu bewältigenden Herausforderung,“ befürchtet Rupp: „Wir müssen binnen weniger Monate acht bis zehn Ehrenamtliche finden, die die Aufgaben des Zivis vor allem an normalen Wochentagen übernehmen können.“ Dafür kämen Berufstätige kaum in Frage, eher Rentner, Hausfrauen oder Arbeitslose. Eine Alternative wäre die Einstellung eines Fahrers oder mehrerer Mini-Jobber, wodurch der Service aber für die Fahrgäste sehr viel teurer wird.
Deshalb hat Rupp die für Reinheim zuständigen Bundestagsabgeordneten angeschrieben und darum gebeten, bei der Entscheidung zur Aussetzung des Wehrdienstes auch die Auswirkungen auf den Sozialbereich zu beachten. Der Zivildienst dürfe nicht einfach gestrichen werden, nur um Geld zu sparen und ohne Rücksicht auf Verluste, meint Rupp.
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