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Artikel: Kläffer-Streit in der Römerstadt: Rentnerin sucht Heim für ihre Lieblinge
Frankfurt – Weil Paula Matthes mit ihren vier Hunden überfordert ist, soll die gehbehinderte Rentnerin ihre Lieblinge weggeben. Das fordert die Frankfurter Aktienbaugesellschaft. Weil sich Nachbarn beschwert haben. Für Matthes bricht eine Welt zusammen: „Ich weiß doch gar nicht, wie ich ohne die Kleinen leben soll.“ Von Mareike Palmy und Christian Reinartz

© map
Paula Matthes muss drei ihrer Hunde hergeben, weil ihr Vermieter das fordert. Nur Schouschou (schwarz) darf sie behalten. Jetzt sucht die Rentnerin ein neues Zuhause für Chihuahua Prinz (grau gescheckt), Pekinesendame Lady (braun) und Chihuahua-Prachtkerl Dicker.
Paula Matthes sieht rüstig aus, wenn sie auf ihrer Couch sitzt. Nur in ihren Augen ist die Angst zu lesen. Die Angst davor, ihre Hunde abgeben zu müssen oder aus ihrem Reihenhaus in der Römerstadt zu fliegen. Dort wohnt sie seit 1956.
Das ist passiert: Paula Matthes Mann starb vor drei Jahren an Magenkrebs. Auch ihr geht es schlecht. Sie ist schwer gehbehindert, kann deshalb ihre Hunde nicht mehr so versorgen, wie es nötig wäre. Das behauptet zumindest die Frankfurter Aktienbaugesellschaft (ABG), der das Miets-Reihenhaus Am Burgfeld in Praunheim gehört. „Wir haben Beschwerden von zahlreichen Nachbarn erhalten“, rechtfertigt sich Frank Junker, Geschäftsführer der ABG. Die Vorwürfe sind vielfältig: Von herumfliegenden Hundehaaren über ständiges Gekläffe bis hin zu starker Geruchsbelästigung reichen die Anschuldigungen gegen die 80-Jährige. Besonders pikant: Die Tiere sollen, laut Nachbarn, ihr Geschäft im Garten verrichten.
Paula Matthes kann die Vorwürfe nicht begreifen. „Ich mache immer gleich alles weg“, beteuert sie weinend. Ihre Hunde lasse sie nur in den eigenen Garten, weil sie nicht mehr gut zu Fuß sei. „Und, dass meine vier Lieblinge zu viel bellen, stimmt einfach nicht“, sagt Matthes.
„Stimmt doch“, sagt Frank Junker: „Uns liegen ausführliche Lärmprotokolle und umfangreiches Fotomaterial vor, dass die Behauptungen der Nachbarn bestätigt.“
Deswegen hat die Aktienbaugesellschaft nun gehandelt und Paula Matthes ultimativ aufgefordert, ihre Hunde wegzugeben. „Sonst würden wir notfalls auf Unterlassung klagen“, so Junker: „Denn wir haben auch unseren anderen Mietern gegenüber eine Fürsorgepflicht.“ Dennoch kann Junker die größte Sorge von Paula Matthes zerstreuen: „Den Mietvertrag werden wir nicht kündigen.“
Auch wenn es Paula Matthes schwer fällt: „Ich werde wohl drei meiner Hunde abgeben müssen.“ Ihren Lieblings-Chihuahua Schouschou darf sie aber behalten. Junker: „Über einen Hund können wir reden.“
Jetzt sucht Paula Matthes ein neues Zuhause für ihre Chihuahuas Dicker und Prinz und ihre Pekinesendame Lady. „Ich hoffe, dass sich nette Menschen melden, bei denen es meine drei gut haben.“
Wer sich für einen der Hunde interessiert, kann sich telefonisch unter (069) 850087907 melden.
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