207.03.10|Aufreger|1 KommentarFacebook
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Frankfurt – Krebserregender Feinstaub, Quecksilber im Main, steigender Fluglärm. In Sindlingen sollen jetzt zusätzlich 9000 Tonnen Giftmüll verbrannt werden. Dazu kommt ein marodes Atomkraftwerk vor der Tür. Die Umweltbelastung in Frankfurt wird immer schlimmer. Jetzt schlägt eine Bornheimer Ärztin Alarm – und bekommt Unterstützung aus dem Rathaus. Von Christian Reinartz

© Montage: rz
Nicht alles Gold was glänzt: Eine Giftmischung gefährdet Frankfurt.
„Die Leute sind kränker als vor 28 Jahren“, sagt die Allgemeinmedizinerin Regina Brzoska-
Doch warum leiten immer mehr Unternehmen ihre Schadstoffe in die Luft oder gleich in den Main? Egal ob Schwermetalle, Feinstaub oder andere Giftstoffe: Werden die einzelnen Grenzwerte nicht überschritten, dürfen Müllverbrennungen und Kraftwerke weitermachen. Dabei wird aus den „ungefährlichen“ Mengen zusammengenommen ein Cocktail, der aus Frankfurt ein Giftfass macht.
Viele Politiker im Römer, aber auch in Wiesbaden wollen das offenbar nicht wahr haben. Die Forderung von Grünen-
Die Unternehmen freut‘s. Sie dürfen ihre Schadstoffe weiterhin in den Frankfurter Himmel blasen. Und es kommen neue hinzu. Im Lauf des Jahres soll im Industriepark Höchst die sogenannte Ersatzbrennstoffverbrennungsanlage der Firma Infraserv ihren Betrieb aufnehmen. Um Energie zu gewinnen. Bis zu 675.000 Tonnen Müll sollen dort pro Jahr in den Ofen wandern. Doch damit nicht genug. In der Rückstandsverbrennungsanlage des Konzerns sollen zukünftig 9000 Tonnen mehr Giftmüll verheizt werden, als bisher. 55.000 Tonnen wären es dann pro Jahr. Das Genehmigungsverfahren läuft.
Bei Infraserv ist man sich der Umweltbelastung bewusst. „Wir produzieren Emissionen, aber halten ganz sicher die Grenzwerte ein“, sagt Pressesprecher Michael Müller: „Der Schadstoffausstoß wird trotz der größeren Menge weitestgehend gleich bleiben, weil wir dann auch weniger belastete Stoffe verbrennen.“
Wendelin Friedel findet dieses Vorgehen symptomatisch. Der Gesetzgeber habe die Gesamtsituation nicht berücksichtigt. Deshalb würden nur einzelne Grenzwerte betrachtet, um die Anlagen zu genehmigen. Die Stadt selbst können an dieser Gesetzeslage nichts ändern. Friedel: „Wäre diese anders, hätten viele Anlagen in Frankfurt gar nicht erlaubt werden dürfen!“

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