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Kein Geld für Therapien: Yassin braucht Hilfe, um aus dem Rollstuhl zu kommen

Nach Horror-Hirnentzündung will Yassin sich aus dem Rollstuhl kämpfen

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Artikel: Nach Horror-Hirnentzündung will Yassin sich aus dem Rollstuhl kämpfen

Frankfurt – Nach einer schweren Hirn- und Rückenmarksentzündung sind drei Viertel von Yassins kleinem Körper gelähmt. Doch der Kleine will sich mit unbändigem Willen ins Leben zurückkämpfen, trainiert dafür jeden Tag. Aber obwohl seine Mutter den letzten Cent für Yassin opfert, reicht das Geld nicht für wichtige Extra-Therapien. Von Christian Reinartz

Will wieder laufen: Yassin mit Farah El-Malki.

© rz

Will wieder laufen: Yassin mit Farah El-Malki.

Es beginnt an einem Morgen, Ende Dezember 2009. Yassin will nicht aufstehen, hat hohes Fieber. Der hinzugerufene Notarzt diagnostiziert eine Erkältung, verschwindet wieder. Doch Yassin geht es immer schlechter. Plötzlich sind seine Beine gelähmt, er spürt nichts mehr. „Da hab ich nochmal beim Notarzt angerufen und in den Telefonhörer gebrüllt“, erinnert sich Mutter Farah El-Malki: „Sonst hätten die mich wider vertröstet.“

Sofort wird Yassin in die Klinik gebracht. Schnell ist klar. Der damals zweijährige Junge leidet an einer sehr schweren Meningitis, einer Entzündung des Hirns und des Rückenmarks. Er kann nicht mehr sprechen, seine Beine versagen. Wenig später wird er bewusstlos. „Der Arzt hat mir dann gesagt, dass mein kleiner Yassin es in keinem Fall schaffen wird“, sagt El-Malki. Tränen laufen über ihr Gesicht. Aber sie ist tapfer, heute wie damals, im Besprechungsraum vor den MRT-Bildern von Yassins Köpfchen. Darin wütet eine furchtbare Entzündung, lässt nach und nach immer mehr Teile seines Gehirns absterben. Dann der Schock: Die Ärzte diagnostizieren eine von den Beinen aufsteigende Lähmung. „Der Arzt sagte mir völlig emotionslos, dass Yassin sterben wird, wenn die am Herz angekommen ist“, sagt El-Malki.

Doch die kleine Frau gibt ihren Yassin nicht auf, redet ihm gut zu, sitzt Tag und Nacht an seinem Krankenbett. Yassin bekommt fünf Antibiotika-Infusionen gleichzeitig.

Und das Wunder geschieht. Die Entzündung stoppt, Yassin erholt sich langsam. Und die Ärzte sind wieder sicher: Der Kleine wird nie wieder laufen oder sprechen können.

Yassin braucht Ihre Spenden

„Mir geht‘s gut“, jauchzt Yassin heute, zwei Jahre später und rollt mit seinem Sportrolli durch die Wohnung in Frankfurt-Oberrad. Jeder, der ihn sieht, weiß, dass er immer noch schwer krank ist. Oft ist er schwach. Dennoch kann der Vierjährige, entgegen aller Arzt-Prognosen sprechen, wenn er auch etwas hinterher hängt. Er hat eine unbändige Energie in sich, denn er hat nur ein Ziel: „Ich will endlich wieder laufen können.“ Doch dieser Kampf ist so unsagbar schwer. Für Yassin, für seine Mutter, für die ganze Familie. Die lebt sowieso schon von Hartz IV, hat als Unterstützung nur das Pflegegeld. Trainingsgeräte werden provisorisch selbst gebaut. Yassins Hantel ist ein Besenstiel, an den zwei volle Plastik-Wasserflaschen gebunden sind. Für mehr reicht es nicht. Immer noch muss El-Malki ihrem Jungen durch einen künstlichen Eingang hochkalorische Nahrung zuführen. Das ist teuer. „Aber die Kasse zahlt nicht.“ Überhaupt macht die AOK der Familie offenbar das Leben unnötig schwer. „Alle paar Wochen muss ich um die Ergotherapie für Yassin kämpfen“, sagt El-Malki. Gerne würde der tapfere Junge noch mehr Therapie machen, sagt sie, aber das sei finanziell nicht möglich. „Und für die orthopädischen Schuhe für ihn muss ich 45 Euro zuzahlen, obwohl ich davon von der Krankenkasse befreit wurde.“

AOK-Sprecher Stephan Gill beruft sich auf die Heilmittelrichtlinie. Die sähe nach 60 Therapieeinheiten eine immer neue Bewilligung durch die Kasse vor. Warum der Umgang mit der Kasse für El-Malki so nervenaufreibend ist, kann man nun erahnen. Gill weiter: „Zuzahlungen für die orthopädischen Schuhe fallen nicht an, weil Kinder grundsätzlich zuzahlungsbefreit sind. Was die Familie leistet ist der sogenannte Eigenanteil.“

Farah El-Malki will trotz aller Widrigkeiten stark bleiben für ihren Yassin: „Ich glaube im Herzen ganz fest daran, dass er irgendwann wieder laufen kann.“

Wer Yassin unterstützen will, spendet an:

Yassin Azegouaghi

Konto: 1202642568

BLZ: 50050201

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