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Kinostart von Martin Scorseses Shutter Island mit Leonardo DiCaprio

Shutter Island: Spannungskino vom Feinsten

024.02.10|Kino|Kino|
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Artikel: Shutter Island: Spannungskino vom Feinsten

Gewieft führt Regisseur Martin Scorsese das Kinopublikum durch ein Labyrinth des Wahnsinns bewusst in die Irre. Lesen Sie hier warum Sie "Shutter Island" nicht verpassen sollten.

© © 2010 Concorde Filmverleih GmbH

Sie kommen mit dem Schiff auf die Gefängnisinsel „Shutter Island“, um ihren Fall aufzuklären: Polizist Teddy (Leonardo Di Caprio, re.) und sein Partner Chuck (Mark Ruffalo).

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Videotitel

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).

Ach ja, die Fünfzigerjahre, der Kalte Krieg, die McCarthy-Ära: Das waren noch Zeiten, als man unliebsame US-Bürger wegen „unamerikanischer Untriebe“ verfolgen durfte, als man psychisch kranke Straftäter noch „gemeingefährliche Irre“ nannte, sie in Klapsmühlen misshandelte und zu dubiosen Experimenten missbrauchte – nach dem Motto der guten alten Psychiatrie-Schule: „Erst mal den Schädel aufschneiden und dann weitersehen!“ In dieser seligen Periode der Paranoia und der Repression, perfekt geeignet für Psychothriller, spielt „Shutter Island“, Martin Scorseses brillant bebilderte Leinwand-Adaption des Bestsellers von „Mystic-River“-Autor Dennis Lehane.

Der Held der Geschichte, oscarreif gespielt von Leonardo DiCaprio, heißt zwar Teddy, ist aber kein Weichei, sondern ein kerniger Polizist, der zusammen mit seinem Partner Chuck (Mark Ruffalo) auf eine geheimnisumwitterte Gefängnisinsel vor der Bostoner Küste geschickt wird. Dort soll er den Fall einer aus einer psychiatrischen Anstalt verschwundenen Mörderin aufklären. Durchtriebene Patienten und dubiose Ärzte werfen den Ermittlern einen Knüppel nach dem anderen zwischen die Beine. Schon bald ahnt man als Zuschauer, dass der ausgesprochen höfliche und kultivierte Anstaltsleiter etwas zu verbergen hat – zumal er von Ben Kingsley verkörpert wird. Nach und nach erhärtet sich der Eindruck, dass die Gefangenen für medizinische Versuche herhalten müssen...

Mehr soll hier nicht verraten werden, denn der düstere, etwas zu lang geratene Thriller lebt von faustdicken Überraschungen: Wie ein gewiefter Jahrmarktdirektor führt Scorsese das Kinopublikum durch ein Labyrinth des Wahnsinns bewusst in die Irre. Bisweilen trägt der Perfektionist bei seinem Geisterbahn-Trip mit tobenden Stürmen, peitschendem Regen und donnernden Musikklängen etwas dick auf, doch ansonsten spielt er virtuos auf der Klaviatur des Spannungskinos: Eine ausgeklügelte Kameraführung, aufwändig-gruselige Sets und surreale Albtraumsequenzen sorgen für eine beklemmend klaustrophobische Atmosphäre.

Dieses Kabinett des Dr. Scorsese ist bis in die kleinsten Nebenrollen grandios besetzt – doch Leonardo DiCaprio, der in jeder Szene zu sehen ist, trägt den Film fast allein. Nach „Gangs Of New York“, „Aviator“ und „Departed“ hat der Meisterregisseur seinen Meisterschüler nun erneut bis zum Äußersten getrieben: Mit feuriger Intensität, furchentiefen Stirnfalten und fiebrig flackerndem Blick stürzt sich Scorseses Zauberlehrling in die facettenreiche Rolle des traumatisierten Cops – geplagt von Migräne, gemartert von Visionen, getrieben von permanenter Hochspannung. Da bekommt man schon allein vom Zuschauen Schweißausbrüche: Das ist Horrorkino vom Feinsten!

von Marco Schmidt

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