Winnenden - Die in einem Aktionsbündnis organisierten Eltern der Opfer des Amoklaufs in Winnenden (Baden-Württemberg) wollen sich mit den Eltern des Täters treffen.

© dpa
Das Grab von Nicole N., einem Opfer des Amoklaufs, bei der Beerdigung auf dem Stadtfriedhof in Winnenden.
Auch wenn ein Brief der Familie des Mörders an die Opferfamilien sehr allgemein und unpersönlich gehalten sei, werde das Bündnis ihr ein direktes Gespräch in absehbarer Zeit anbieten, sagte Vorstand Hardy Schober am Montag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Brief sei eher von Selbstmitleid als von Mitgefühl für die Opfer und deren Familien geprägt. “Ihr Kind hat den Freitod gewählt, unsere Kinder nicht“, sagte Schober. Der Brief klinge wie vom Rechtsanwalt diktiert. Der Vater einer erschossenen Schülerin fügte hinzu: “Unseres Erachtens kommt der Brief vier Monate zu spät.“
In dem Brief versichern die Eltern den Familien der Opfer, “dass kein Tag vergeht, an dem wir nicht an Sie und all diejenigen denken, die durch unseren Sohn einen ihrer liebsten Menschen verloren haben (...).“
Das Bündnis wünscht keinen Strafbefehl, sondern ein Strafverfahren gegen den Vater, betonte Schober. In diesem Falle würden Angehörige als Nebenkläger auftreten, um Fragen zu den Hintergründen der Tat stellen zu können. Es sei auch sehr wichtig für die Eltern, Einsicht in die Ermittlungsakten zu erhalten. “Das brauchen wir, um das Geschehene aufarbeiten zu können.“
dpa
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