004.02.10|News&Welt|News&Welt|
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Aachen - Im Mordprozess gegen den früheren SS-Mann Heinrich Boere (88) prüft das Gericht Vorwürfe von Spionage und folgenschwerem Verrat. Dazu hat das Gericht Akten aus niederländischen Archiven bekommen.

© dpa
Der Angeklagte Heinrich Boere in Aachen im Saal des Landgerichts (Archivbild).
Das sagte der Vorsitzende Richter Geld Nohl am Donnerstag. Auch Boere selbst will sich am nächsten Prozesstag zu neuen Vorwürfen äußern, er habe 1944 im niederländischen Widerstand spioniert und mindestens sieben Fluchthelfer ans Messer geliefert. Die Nebenklage hatte im Zuge ihrer Recherchen Strafanzeige wegen Mordes in sieben Fällen erstattet. Das Gericht terminierte sechs weitere Verhandlungstage bis zum 24. März.
Boere ist wegen Mordes an drei niederländischen Zivilisten angeklagt. Vor dem Aachener Landgericht hat er gestanden, als Mitglied des SS-Mordkommandos “Feldmeijer“ drei angebliche Widerstandskämpfer in den vom Nazi-Deutschland besetzten Niederlanden erschossen zu haben. Er stellte sich als Befehlsempfänger dar und berief sich auf Befehlsnotstand. Die Nebenkläger bewerten ihr Rechercheergebnis dagegen als Nachweis der kriminellen Energie Boeres als eifriger, überzeugter Nationalsozialist.
dpa
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