Staatsanwälte prüfen rund 20 Missbrauchsfälle

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001.02.10|News&WeltFacebook
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Berlin - Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft derzeit rund 20 Missbrauchsfälle am katholischen Canisius-Gymnasium des Jesuiten- Ordens.

“Es spricht aber vieles dafür, dass die Taten verjährt sind“, sagte Staatsanwaltssprecher Martin Steltner am Montag. Das betreffe auch etwaige Vorwürfe an den Jesuiten-Orden wie Strafvereitelung oder unterlassene Hilfeleistung. “Die Prüfung dauert noch an.“ Die Staatsanwaltschaft habe die Prüfung selbst eingeleitet, Strafanzeigen habe es nicht gegeben. Zu den jetzt bekanntgewordenen Missbrauchsfällen durch zwei Lehrer soll es in den 70er und 80er Jahren gekommen sein.

Nach Medienberichten soll dies auch damaligen Lehrern und dem Jesuiten- Orden bekanntgewesen seien. Schon 1981 schrieben frühere Schüler nach eigenen Angaben gemeinsam einen Brief an die Schule und die katholische Kirche. 1991 gestand ein Pater seine Taten. Der deutsche Ordenschef, Provinzial Stefan Dartmann, wurde am Montagnachmittag (16.00 Uhr) in der Schule erwartet.

Skandal weitet sich aus

Der Missbrauchsskandal weitete sich mittlerweile auf Hamburg aus. Möglicherweise ist auch das Jesuiten-Kolleg in St. Blasien in Baden- Württemberg betroffen. Der geständige Pater unterrichtete in den 80er Jahren nämlich auch dort. “Das, was viele befürchtet haben, hat sich bewahrheitet“, sagte der Hamburger Bistums-Sprecher Manfred Nielen am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es hätten sich zwei ehemalige Schüler der Sankt- Ansgar-Schule in der Hansestadt gemeldet, die Opfer des geständigen Jesuitenpaters waren. Der Pater hatte laut Bistum von 1979 bis 1982 an der ehemaligen Jesuiten-Schule in Hamburg unterrichtet.

Er trat 1991 aus dem Orden aus und lebt jetzt in Südamerika. Von 1982 bis 1984 war der Pater auch am Kolleg Sankt Blasien im Schwarzwald als Lehrer tätig. Schüler des Kollegs wurden am Montag auf einer kurzfristig einberufenen Schülerversammlung über die Vorgänge informiert.

dpa

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