Superbanner

Dritter Jesuit gesteht Missbrauch und zeigt sich selbst an

Dritter Jesuit gesteht Missbrauch und zeigt sich selbst an

003.02.10|News&Welt|News&Welt|
Drucken|Empfehlen|Schrift   a  /  A||recommendbutton_count130

Schliessen

Druckvorschau

Artikel: Dritter Jesuit gesteht Missbrauch und zeigt sich selbst an

Berlin - Der Missbrauchsskandal am Berliner Gymnasium Canisius-Kolleg weitet sich aus. Mittlerweile hat ein dritter Jesuit sexuellen Missbrauch von Schülern zugegeben und sich selbst angezeigt.

© dpa

Der Missbrauchsskandal an Schulen und Einrichtungen des katholischen Jesuiten-Ordens nimmt immer größere Dimensionen an. Mittlerweile gestand ein dritter Pater sexuelle Übergriffe auf Jugendliche in Hannover, drei Opfer hatten sich gemeldet.

Schulleiter Klaus Mertes sagte dem “Tagesspiegel“ vom Mittwoch, er gehe davon aus, “dass das erst die Spitze des Eisbergs“ sei. Die Jesuiten befürchten, dass es auch an anderen Orten solche Übergriffe gegeben hat. Nachdem bekannt wurde, dass sich zwei ehemalige Patres des Jesuitenordens sexueller Übergriffe auf wohl mindestens 30 Gymnasiasten in den 70er und 80er Jahren schuldig gemacht haben, offenbarte der Orden einen weiteren Fall. Provinzial Stefan Dartmann teilte mit, es gebe einen weiteren Jesuiten, “der sich zu sexuellen Übergriffen bekannt hat“.

Der Mann sei mit den Aussagen von drei Opfern konfrontiert worden und habe in einem Fall die Tat zugegeben. Dartmann erklärte, er habe den Mann aufgefordert, sich unverzüglich bei der Polizei zu melden und gegen sich selbst Anzeige zu erstatten. “Das ist bereits geschehen.“ Darüber hinaus habe er “den Mitbruder“ mit sofortiger Wirkung vom priesterlichen Dienst suspendiert. Der betreffende Jesuit war den Angaben des Ordens zufolge 1970 und 1971 Religionslehrer in Berlin am Canisius-Kolleg, danach arbeitete er bis 1975 in Hannover als Jugendseelsorger. Anschließend war er bis 1981 als Lehrer und in der Jugendarbeit in Berlin tätig, bis 1983 arbeitet er in gleichen Funktionen in Hamburg. Danach war er den Angaben zufolge über zwanzig Jahre lang Projektleiter eines anerkannten Hilfswerkes. Von dieser Funktion sei er mittlerweile entbunden worden, nachdem ein Opfer den Mann angezeigt habe.

“Charakter von Initiationsriten“

Mertes sagte dem “Tagesspiegel“, er habe schon vor 15 Jahren von Gerüchten über Missbrauch am Canisius-Kolleg gehört. “Seitdem versuche ich herauszufinden, was da dran ist. In den Schulakten habe ich nichts gefunden“, sagte er. Er habe den ehemaligen Schülern immer wieder bei Jahrgangstreffen gesagt, dass er für das Thema offen sei. Aber erst vor vier Jahren habe sich ein ehemaliger Schüler offenbart. “Die Übergriffe hatten den Charakter von Initiationsriten, da sind wir auf der Ebene des Systems. Da musste ich an die Öffentlichkeit.“ Ein heute 45 Jahre alter früherer Schüler des Berliner Canisius-Gymnasiums hatte unter anderem berichtet, er habe Schläge auf den nackten Po bekommen.

Opfer prüfen Klage

Der Skandal betrifft offenbar bundesweit Einrichtungen der Jesuiten. So wird ein ehemaliger Sportlehrer des Kollegs verdächtigt, drei Schüler in Hamburg und zwei Schüler in St. Blasien im Schwarzwald sexuell belästigt zu haben. Außerdem soll er weitere Missbräuche in Chile und Spanien eingeräumt haben. Es habe sich um “exzessive körperliche Bestrafungsrituale“ gehandelt, berichtete die Rechtsanwältin Ursula Raue, die im Auftrag der Jesuiten die Vorfälle untersucht. Bei einem als Täter verdächtigen ehemaligen Religionslehrer gibt es laut Ordensleitung Hinweise darauf, dass er nach seiner Zeit in Berlin sowohl in Mexiko als auch in Göttingen und Hildesheim Mädchen unsittlich berührt hat. Dieser Pater verlies den Orden 1985.

Ein Jahr später wurde auf ihn ein Mordanschlag verübt, den er laut Dartmann leicht verletzt überlebte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Doch sexueller Missbrauch ohne Vergewaltigung verjährt in Deutschland zehn Jahre nach Vollendung des 18. Lebensjahres des Opfers. Laut einem Bericht der “Bild“-Zeitung erwägen und prüfen einige der Opfer eine Klage auf Schadenersatz.

zurück zur Übersicht: News&Welt

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Kommentare

52.5234051,13.4113999

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

Kontakt zur Redaktion

Unsere Hitlisten

  • meist gelesen
  • meist kommentiert
  • gedottet
  • Themen
Tierpflegerin Sarah Farnum kümmert sich um die vom Veterinäramt sicher gestellten Hasen. 

Kaninchen wieder aufgepäppelt

Oberursel – Neun Kaninchen haben sich bis kurz vor Weihnachten noch in einem schlechten Zustand befunden. Jetzt sind die Kleinen im Tierheim Oberursel und haben dort einen Platz zum Hoppeln und Heu fressen gefunden. Dass sie wieder glücklich im Stall herum schnüffeln, haben sie dem Veterinäramt zu verdanken. Von Silke GottautMehr...

 

Feldstecher und Hochsitz sind ihm nicht genug

Eppstein – Früher war er auf Tour mit Schlagergrößen wie Cindy und Bert oder Bata Illic. Jetzt ist der ausgebildete Entertainer Manfred Ernst als Solokünstler unterwegs und hat eine CD mit alten aber bekannten Wander- und Jägerliedern produziert. Von Dirk BeutelMehr...

Neben dem Eppsteiner Pfarrhaus von Pfarrerin Heike Schuffenhauer wird die Kinderkrippe gebaut.

Spenden-Aktion: Für drei Euro gibt‘s einen Euro extra

Taunus – Vier evangelische Gemeinden aus dem Vordertaunus haben jetzt von der Landeskirche einen besonderen Anreiz bekommen, für ihre Bauprojekte Spenden zu sammeln. Sie sind in den so genannten Matching Fund aufgenommen worden. Für jeweils drei gesammelte Euro gibt‘s einen Euro extra. Von Norman KörtgeMehr...

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Beate von Hönes Hunde-Kindergarten lief gut, bis das Amt die Vorschriften rauskramte.

Amt treibt Hundemama in Hartz IV

Dietzenbach – Paragrafen-Reiterei brutal: Mühsam hat sich Beate von Höne mit einer Hundetagespflege aus der Arbeitslosigkeit herausgekämpft. Doch Stadt und Kreis treiben sie jetzt wieder in die Stütze. Von Höhne klagt an: „Denen sind ihre Vorschriften wichtiger, als die Menschen.“ Von Christian ReinartzMehr...

Horst Trieflinger vor dem Frankfurter Land- und Amtsgericht.

Verein kämpft gegen Pfusch-Richter und Schluder-Anwälte

Region Rhein-Main – Ein Viertel aller Gerichtsurteile sind Fehlurteile! Davon ist der Frankfurter Justiz-Experte Horst Trieflinger überzeugt. Mit seinem Verein gegen Rechtsmissbrauch hat er fehlerhaft arbeitenden Richtern und schludrigen Anwälten den Kampf angesagt. Von Christian ReinartzMehr...

Ohne Telefonanschluss kein Internet: Manuela Röse und Carmine Risoleo sind als Freiberufler in ihrer Existenz bedroht.

Kein Anschluss unter dieser Hausnummer

Rödermark – Neues Jahr, neues Glück! Von wegen. Für Manuela Röse und Carmine Risoleo aus Rödermark steht 2012 trotz des Umzuges in eine neue, schöne Wohnung bislang unter einem schlechten Stern. Schuld ist die Telekom. Von Norman KörtgeMehr...

Wulff-Debatte hat schon viel früher begonnen

Region Rhein-Main – Bundespräsident Christian Wulff schlingert sich weiter durchs Amt. Eine Situation, die für Bürger und Politiker enttäuschend ist. Dabei haben schon kurz vor der Amtseinführung Medien und Politiker gewarnt. Auch der EXTRA TIPP. Von Axel GrysczykMehr...

Will wieder laufen: Yassin mit Farah El-Malki.

Nach Horror-Hirnentzündung will Yassin sich aus dem Rollstuhl kämpfen

Frankfurt – Nach einer schweren Hirn- und Rückenmarksentzündung sind drei Viertel von Yassins kleinem Körper gelähmt. Doch der Kleine will sich mit unbändigem Willen ins Leben zurückkämpfen, trainiert dafür jeden Tag. Aber obwohl seine Mutter den letzten Cent für Yassin opfert, reicht das Geld nicht für wichtige Extra-Therapien. Von Christian ReinartzMehr...

Hat seinen Gegner im Griff: Udo Krause (rechts) wendet den Haken an, seine bevorzugte Grifftechnik.

Keiner drückt wie Udo Krause

Langen – Udo Krause ist amtierender Weltmeister im Armdrücken. Bis zu zwei Stunden trainiert er jeden Tag. Das heißt aber noch lange nicht, dass er auch bei den Deutschen Meisterschaften im Februar automatisch den Titel holt. Von Dirk BeutelMehr...

Kontakt

Logo Rhein-Main EXTRA-TIPP

Sie haben eine Frage zu einem Artikel, haben ein Problem mit der Zustellung unserer Zeitung oder möchten eine Anzeige aufgeben? Klicken Sie sich direkt zu Ihrem Kontakt durch...

Artikel lizenziert durch © extratipp
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.extratipp.com

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

SkyScraper