Frankfurt - Die Welt diskutiert über die von amerikanischen Fundamentalisten geplante Koran-Verbrennung. Die Kanzlerin zeigt sich empört. Aber als in Deutschland 2007 im TV eine Bibel verbrannt wurde, blieb der Protest verhalten.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Rückblick: Der Hessische Rundfunk (HR) ließ vor drei Jahren für die Sendung „Hardliner des Herrn“ über christliche Fundamentalisten eine Bibel verbrennen.
Film-Autor Tilman Jens sagte damals zur "Bild"-Zeitung "Es geht darum, die Bibel als drohendes, als Angst machendes Instrument und gleichzeitig als Feuerschwert Gottes darzustellen."
Alois Theisen, Fernseh-Chefredakteur des Hessischen Rundfunks, erklärte damals in "Bild": "Ich bin verantwortlich. Die brennende Bibel war ein ganz zugespitztes stilistisches Mittel, um im Film die einzelnen Teile zu trennen. Dazu stehe ich."
Schon 2007 gab es Protest gegen die Bibel-Verbrennung. Nur blieb der im Gegensatz zur aktuellen Koran-Debatte eher vereinzelt.
Bischof Gebhard Fürst, Vorsitzender der Medienkommission der deutschen Bischofskonferenz, sagte dem Blatt: "Eine Bibel zu verbrennen, bedeutet, die Heilige Schrift der Christen und Juden zu verhöhnen."
CDU-Politikerin Antje Blumenthal, Mitglied im Landesrundfunkrat Hamburg, meinte in "Bild": "So etwas dürfen wir auf keinen Fall dulden!"
CDU/CSU-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach meinte damals in in fast schon prophetischer Weitsicht: „Was wäre wohl in Deutschland los, wenn die ARD einen brennenden Koran gezeigt hätte?“
Jetzt ist sie da, die Debatte über den brennenden Koran. Bei der Verleihung eines Medienpreises an den Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard am Mittwoch in Potsdam sagte Kanzlerin Angela Merkel: "Wenn ein fundamentalistischer, evangelikaler Pastor in Amerika am 11. September den Koran verbrennen will, so finde ich das schlicht respektlos, sogar abstoßend und einfach falsch."
Als aber vor drei Jahren im deutschen TV eine Bibel, das heilige Buch der Christen, verbrannt wurde schwieg die Vorsitzende der Christlich Demokratischen Union.
fro
Rubriklistenbild: © dpa
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